Die Krim als Spielparadies

Die Krim als Spielparadies

Es wird vorausgesetzt, dass der Sinneswandel aufgrund des Geldes stattgefunden hat, denn mit dem Glücksspiel können wirtschaftliche Einnahmen generiert werden. Der Präsident Russlands hat hierzu bereits ein Gesetz herausgegeben, welches auf der Internetseite von Putin publiziert wurde. Nach dieser neusten Meldung gehört die Krim weiterhin völkerrechtlich zur Ukraine.

Die Handhabung des Glücksspiels ist in Russland sehr streng geregelt. Putin hatte sich für die Eindämmung der Spielsucht eingesetzt, wodurch einige Casinos in Russland geschlossen wurden. Da das Glücksspiel jedoch nicht generell verboten wurde, wurden sogenannte Sonderzonen eingerichtet, in denen das Glücksspiel angeboten werden darf. Für die Krim sollen die Gesetze in Bezug auf die Sonderzonen nicht gelten, hier dürfen die Verantwortlichen laut Putin selbst entscheiden, wo die Glücksspielangebote errichtet werden sollen. Offensichtlich wird für die Krim dringend Geld gebraucht, sonst ließe sich dieser Entschluss kaum logisch erklären.

Erst im Februar hatte Putin sich gegen das Glücksspielangebot vor Ort ausgesprochen, da dieses kriminelles Klientel anziehen würde. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Geldgeber nach dem Wassersportereignis auf Rendite für die Investitionen gedrängt hatten. Höchstwahrscheinlich musste der Präsident dem Drängen nun nachgeben und hat sich aus diesem Grund für das Glücksspielangebot in dem von Russland anerkannten Gebiet entschieden. Die Bevölkerung der Krim hatte sich mit der Angliederung an Russland wohl erhofft, dass ein wirtschaftlicher Ausschwung stattfinden könnte. Ob dabei jedoch mit der Errichtung von Spielparadiesen gerechnet wurde ist zweifelhaft.

Novomatic Rückkehr nach Russland

Seit einigen Jahren ist das Glücksspiel in Russland bereits verboten. So mussten sich auch die europäischen Anbieter vom russischen Markt zurückziehen und ihre Geschäfte in andere Länder verlagern.

Laut neuster Mitteilungen will Novomatic sich nun wieder in das russische Gebiet vorwagen und habe bereits über die eigene Tochterfirma Austrian Gaming Industries (AGI) ein Vertrag mit dem russischen Unternehmen Royal Time Group über ein sogenanntes "substantielles Engagement" abgeschlossen.

Der im Jahre 2006 noch agierende Präsident Russlands, Wladimir Putin, hatte genau in diesem Jahr festgelegt, dass das Glücksspiel im eigenen Land nicht mehr gestattet sei. Der Präsident hatte seine ganz eigene Meinung zum Thema Glücksspiel und der daraus viel zu oft entstehenden Spielsucht. Die Spielsucht sei laut seiner Aussage mit die schlimmste, nur das Suchtverhalten in Bezug auf Alkohol sei schlimmer. Nach und nach wurde nach der Befehlsgabe des russischen Oberhauptes ein Spielsalon nach dem nächsten geschlossen.

Zudem entstanden vier Glücksspielzonen, in denen Spieltempel errichtet wurden. Die Gebiete befinden sich jedoch in russischen Kleinstädten bzw. Randgebieten, wo kaum jemand vorbei kommt, so dass das Glücksspiel kein lohnenswertes Geschäft für die Russen darstellt. Trotz alledem wurde die Regelung im Jahre 2009 gefestigt und den Russen ist es seitdem nur noch erlaubt in diesen Gebieten ihrem Spieltrieb nachzugehen.

Novomatic scheint jedoch trotz der lediglich vorhandenen Randgebiete eine Chance für das Glücksspielangebot in Russland zu sehen. Der Zusammenschluss mit dem russischen Unternehmen könnte der Firma insofern was bringen, als dass die fusionierten Unternehmen in dem Gebiet, in dem die russische Firma bereits vertreten ist, weiter ausbauen können.

Genauere Vereinbarungen wurden bisher noch nicht öffentlich gemacht. Jedoch gehören dem Unternehmen Royal Time Group bei Asow einige Projekte und sie sind Inhaber der dortigen Casinolizenz, welches die einzige des Gebiets ist. Für Novomatic bedeutet die Rückkehr nach Russland einen waghalsigen Schritt, da das Unternehmen durch den damals gezwungenen Rückzug einige Verluste in finanzieller Hinsicht hinnehmen musste.