Sportwetten: Glücksspiel oder Geschicklichkeitsspiel?

In der Glücksspielbranche ist besonders für den Staat die Unterscheidung zwischen Glücksspiel und Geschicklichkeitsspiel von enormer Bedeutung. Diese Unterscheidung allein reicht aber laut den Juristen Andreas Glöckner und Emanuel Vahid aus Bonn nicht aus, die dies in ihrer empirischen Studie mit dem Titel "Geschicktes Glücksspiel.

Die Sportwette als Grenzfall des Glücksspielrechts" näher beleuchten. Der Sinn der Studie liegt darin, dass abgeschätzt werden soll, ob sich eine Gefahr hinter dem Glücksspiel verbirgt und wenn ja, in welcher Form. Da in Deutschland etwa 200.000 Spielsüchtige vermutet werden, kann von bestimmten Spielvariationen ein ökonomisches Risiko ausgehen, abgesehen von der Suchtgefahr.

Bei den Sportwetten messen die Wissenschaftler mit zweierlei Maß. Neben dem Glück, welches die Spieler für eine erfolgreiche Sportwette benötigen, kann das branchennahe Wissen für den Erfolg sehr hilfreich sein. Andererseits besteht zugleich ein hohes Risiko der Selbstüberschätzung, weshalb sich das Wissen auch negativ auf den Spielerfolg auswirken kann. Die Annahme, dass Sportwetter klüger sind als andere Glücksspieler wird damit nicht bestätigt.

Der Glücksspielstaatsvertrag soll die Spieler vor dem Risiko des Glücksspiels schützen und eben dieser Vertrag ermöglicht dem Staat das Monopol auf Lotto, Sportwetten und Online Glücksspiel. Am 20. Oktober 2010 berieten die Chefs der Staatskanzleien über die Neuordnung des Glücksspielwesens mit der Aussicht, dass über eine Lockerung des Monopols in Bezug auf die Sportwetten nachgedacht wird. Zudem sollen die Regelungen für Spielcasinos neu überdacht und ausgearbeitet werden.

Das nächste Zusammentreffen zur Beratung über die Ereignisse und Ergebnisse soll voraussichtlich am 15. Dezember 2010 stattfinden.