Durchführbar sind diese Testkäufe vonseiten der staatlichen Lotterieverwaltung. Wenn diese Testkäufe dann nicht bestanden werden, so dürfen in Zukunft Sanktionen aufgrund dessen verhängt werden.

Grundlage für dieses Urteilt war ein besonderer Fall, bei welchem ein Minderjähriger mit der Kundenkarte seines Vaters KENO spielte. Der Angestellte, der an diesem Tag zuständig war, bemerkte diesen Trick nicht und aufgrund dessen wurde vonseiten der staatlichen Lotterieverwaltung eine Abmahnung gegenüber der Betreiberin der Annahmestelle ausgesprochen. Zusätzlich zu der Abmahnung behielt die Lotterieverwaltung außerdem eine Strafe in Höhe von 310 Euro ein. Weitere Auflagen, wie die Aufforderung zur Nachschulung sowohl der Leiterin als auch des Angestellten wurden außerdem verhängt.

Der Angestellte in diesem Fall weigerte sich zuerst die Nachschulung durchzuführen. Daraufhin wurde dieser gesperrt, was ganz einfach über eine Bedienerkennung in einem Onlinesystem möglich ist. Durch diese Sperrung konnte der Angestellte seine Tätigkeit nicht weiter ausführen und entschied sich dann doch die Nachschulung durchzuführen. Nachdem diese dann durchgeführt wurde, war der Mitarbeiter weitere sechs Wochen gesperrt, bevor die Sperrung aufgehoben wurde.

Doch neben diesen Sanktionen hatte der Fall weitere Folgen, denn der Mitarbeiter reichte Klage ein. Er gab an, keinen Fehler begangen zu haben, da der Testkauf seiner Meinung nach gestellt gewesen sei und der Testkäufer der Vater selber gewesen wäre. Er glaube an einen Betrug, sodass die Betroffenen, wie in diesem Fall der Mitarbeiter selber und die Leiterin, zu hohen Strafen und teuren Nachschulungen gezwungen werden, ohne das ein Fehler begangen wurde. Diese Anklage von Seiten des betroffenen Mitarbeiters wurde jedoch von dem Amtsgericht (AG) abgewiesen.

Man halte dort die Maßnahmen für gerechtfertigt und wolle mit Maßnahmen dieser Art den Spielerschutz und vor allem den Spielerschutz gewährleisten. In dem Urteil des AG wurde festgelegt, dass im Falle einer Nichteinhaltung des Schutzes von Minderjährigen und gesperrten Spielern durch die Annahmeverweigerung, Abmahnungen erteilt, Vertragsstrafen in Höhe einer durchschnittlichen Wochenprovision verhängt und eine Verpflichtung zu einer kostenpflichtigen Nachschuldung ausgesprochen werden können.

Die Unterstellungen, die der Mitarbeiter gegenüber der staatlichen Lotterieverwaltung geäußert hatte, wurden vonseiten des Gerichts abgewiesen. Die Beweise sprechen dafür, dass ein korrekter Ablauf des Testkaufs stattgefunden habe und weder ein falscher Testkauf durchgeführt wurde, noch sogenannte Fangprämien ausgegeben werden, wie der betroffene Angestellt mutmaßte. Testkäufe dürfen prinzipiell zur Feststellung von Verstößen durchgeführt werden, was in diesem Fall den richtigen Effekt erzielte, so die Experten.