Russische Glücksspielfans haben seit einem halben Jahr nichts mehr zu lachen. Zuerst wurde den russischen Casinos der Garaus gemacht, den Spielern wurde somit die Möglichkeit genommen im Casino zu spielen, schließlich kam noch das allgemeine Pokerverbot. Für Glücksspiel auf Russischem Boden das ultimative Aus.

Doch trotz der Schließung aller Casinos hat vor kurzem wieder eine Oase des Glücksspiel seine Tore geöffnet. Das Casino liegt in einer der vier vom Staat eingerichteten Sonderzonen, in denen das Glücksspiel weiterhin legal ist. Orakul heißt das neue Casino in der südwestlich gelegenen Region Krasnador und nahm am Samstag Nachmittag erstmal seinen Betrieb auf. Bei der Eröffnung des 4000 Quadratmeter großen Casinos waren 250 Gäst dabei, somit waren mehr Gäste von der Partie als einige Skeptiker vermuteten.

"Wir wollen die Begüterten aus Rostow und Krasnodar anlocken", meint der Casino-Manager Waleri Saparow. Mit einem Mindestspieleinsatz von 20.000 Rubel (etwa 500 Euro) ist das Casino speziell für High Roller ausgelegt. Mit modernem Luxus wurde natürlich nicht gespart.

Es bleibt allerdings abzuwarten, ob das Casino auch in Zukunft Erfolg haben wird. Für die meisten Spieler ist der Anfahrtsweg sehr weit und die Logistik noch nicht existent. Bis Krasnodar sind es rund 200 Kilometer und das nächte Hotel liegt etwa 30 Kilometer von dem Casino entfernt. Diese Abgelegenheit ist von Staat gewollt. Neben Asow gehören zu den Glücksspiel-Sonderzonen in Russland auch Kaliningrad, die Region Altai in Sibirien und eine Region im fernern Osten Russland. Der Saat möchte domit die abgelegenen Regionen wirtschaftlich stärken und trotzdem das Glücksspiel von der Masse vernhalten.

Hier sehen Kritiker eine für Russland typische Entwicklung: "Kleine Freuden für einfache Leute werden systematisch verboten und nur den Reichen zugänglich gemacht. Die Begründung, das organisierte Verbrechen mit dem Glücksspielverbot zu unterbinden, ist völlig unhaltbar. Da könnte man auch alle Kneipen in Russland schließen", so ein Wirtschaftexperte aus Moskau. "Die Regierung betreibt hier Schikane, da sie den Finanzfluss im Glücksspielsektor nicht selbst kontrollieren konnte."