Dies wurde vorgenommen, indem die Pokertische umgekippt und versiegelt wurden, so dass diese nicht mehr genutzt werden können. Die insgesamt 12 Pokertische wurden somit unbrauchbar gemacht.

Neben diesen Tatsachen, bei denen sich sowohl das Finanzministerium als auch das CCC einig sind, gibt es jedoch vollkommen unterschiedliche Meinungen. Der Chef des CCC, Peter Zanoni, bezeichnet die Vorgehensweise des Finanzministeriums als Behördenwillkür.

Auch wird dem Finanzministerium von Seiten CCCs Schikane unterstellt. Das Finanzministerium unterstreicht die Richtigkeit des eigenen Verhaltens, da dies zur Suchtprävention gehöre und im Zuge des Vorgehens gegen illegales Glücksspiel rechtmäßig sei.

Der Leiter des Casinos hat direkt nach dem Vorfall Anklage gegen die Finanzbeamten erhoben und zwar wegen Amtsmissbrauch. Darüber hinaus wurde Dienstaufsichtsbeschwerde gegen alle beteiligten Beamten eingereicht. Weitere Schritte waren Rechtsmittel dagegen beim UVS und ein Rechtsschutzgesuch ans Justizministerium.

Gerechtfertigt wurden diese Maßnahmen von Seiten Zanonis darüber, das Poker in seinen Augen nicht zu der Kategorie Glücksspiel gehöre. Der Chef des CCC ist Betreiber von insgesamt 11 Casinos in österreich und ist bereits seit neun Jahren im Glücksspielgeschäft. Er sei überzeugt davon, dass die Finanzpolizei gegen seine Geschäfte nicht vorgehen dürfe.

Im Jahr 2004 sei der Glücksspielbetreiber vom Bezirksgericht vom illegalen Glücksspiel freigesprochen worden und dürfe deshalb sein Angebot weiterhin präsentieren. Neben dieser Tatsache sei er auch laut Verwaltungsrecht nicht falsch vorgegangen, denn das Unternehmen besitze eine Gewerbeberechtigung seit dem Jahr 2001. Er habe nie einen Hehl oder ein Geheimnis daraus gemacht, dass das Pokerspiel zu seinem Angebot gehöre.

Das Pokerspiel wird erst im nächsten Jahr zum Glücksspiel dazugehören. Derzeit befindet sich in österreich noch alles in der übergangsfrist, weshalb das Poker nicht eindeutig als Glücksspiel deklariert werden dürfe. Für Zanoni ist der Vorfall ein Skandal und er verstehe nicht, wieso die Beamten wissentlich gegen ihn vorgingen, ohne eine Berechtigung oder eine gesetzliche Gründe hierfür vorweisen konnten.

Auf der anderen Seite scheint das Finanzministerium über die Anklage keine Sorgen zu machen. Offensichtlich wurden mehrere Verfahren gegen das Finanzministerium eingeleitet, die jedoch alle fallengelassen wurden. Seit 2010 habe das Finanzministerium insgesamt 2600 Spielautomaten beschlagnahmt, so Finanzpolizeichef Lehner und bei so gut wie jeder Aktion folgten Beanstandungen von Seiten der Betreiber.

Bisher wurden jedoch alle Verfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof von der Finanzpolizei gewonnen, so dass Lehner sich aufgrund der neusten Anklage keine Sorgen mache.