In Sachen Glücksspiel macht nicht nur die Bundesrepublik Schlagzeilen, auch die übrigen europäischen Länder machen sich auf den Weg.

So manches Land hat schon Neuregelungen etabliert oder ist dabei, diesen Schritt zu tun. Die neuesten Nachrichten in Bezug auf das Thema Glücksspiel liefern Bulgarien, Finnland, das Vereinigte Königreich und wie könnte es anders sein, die Bundesrepublik.

Erstgenannter Staat entschied sich vor drei Jahren dazu, dem Online Glücksspiel den legalen Status zu geben und eine Abgabe von 17 Prozent in Bezug auf die Einnahmen zu etablieren. Zudem soll der Staat die Oberhand über Sportwetten haben.

Diese Maßnahmen bedürfen der Prüfung der Europäischen Kommission, diese erhielt den Entwurf im Mai 2011. Medien im Land berichteten, dass diese von der EU-Instanz abschlägig beschieden wurden. Ein Grund für diese Ablehnung sind möglicherweise die Einschränkungen bei der Werbung, die in dem neuen Gesetz zu finden sind.

Aber die Betreiber haben ohne Reklame nicht die Chance, Gewinn aus ihren Seiten zu schlagen. Doch auch andere Punkte missfielen der Instanz, nun muss man auf die Reaktion der Landesregierung zu diesem Entschluss warten.

Im nordischen Finnland macht der staatliche Lotteriebetreiber gerade Schlagzeilen. Dieser hat eine Partnergesellschaft ins Leben gerufen, mit ihr möchte er auch in Russland, den Vereinigten Staaten und China tätig werden. Im Juli dieses Jahres soll die Tätigkeit dieser Gesellschaft beginnen, so der stellvertretende Präsident des Anbieters.

Hier sind nicht die Zulassungen für diese Staaten wichtig, sondern die Zusammenarbeit mit den Anbietern vor Ort, den Systembetreibern und den Unternehmen im Medienbereich. Der inländische Markt soll von dem neuen Unternehmen nicht beeinflusst werden, dies ist der Grund, warum ausländische Plattformen angesteuert werden.

Das Vereinigte Königreich befasst sich momentan auch mit dem Glücksspiel. Das Ministerium, das für Kultur, Sport und Medien zuständig ist, möchte einen Ausschuss auf die Beine stellen. Dieser soll sich mit der Glücksspielbranche im Allgemeinen und dem "Gambling Act" von 2005 befassen.

Er wird Anliegen von Anbietern aus diesem Bereich zur Kenntnis nehmen, dazu gehören auch die Effektivität und die Konsequenzen dieses Gesetzes in Bezug auf das Glücksspiel im Land. Es könnte sein, dass sich dieses Komitee zudem mit Offshore-Betreibern und den satten Abgaben auf das virtuelle Glücksspiel beschäftigt.

In der Bundesrepublik endet die Gültigkeit des aktuellen Glücksspielvertrags zum Ende des Jahres. Aber der Nachfolger, welcher das Glücksspiel im Land effektiv und in übereinstimmung mit dem EU-Recht regelt, liegt noch in weiter Ferne.

Der Entschluss, der eigentlich bereits im Juni stehen sollte, wurde von den Länderchefs auf Oktober vertagt. Dann sollte eine Entscheidung gefallen sein, denn am 1.1. des kommenden Jahres soll der neue Vertrag gültig werden.