Für die privaten Glücksspielanbieter ist das Gesetz in Schleswig-Holstein besonders positiv, da diese nun Lizenzen von der Regierung ausgehändigt kriegen können.

Diese Lizenzen werden zum Beispiel an Online Casinos und auch an Online Poker Anbieter ausgegeben werden. Das Land Schleswig-Holstein erhält dadurch zusätzliche Einnahmen aus diesem Bereich. Die erste Lizenz in Schleswig-Holstein erhielt der Sportwettenanbieter bwin.

Das Gesetz wurde direkt von der EU-Kommission durchgewunken, doch in Deutschland stieß die schleswig-holsteinische Gesetzgebung auch auf viel negative Kritik. Es herrscht Unsicherheit, ob die Bundesrepublik das Gesetz gutheißen wird und auch die Meinung der anderen Bundesländer ist bisher noch nicht klar definiert. Mit der Liberalisierung in Schleswig-Holstein werden nicht nur die Regelungen für die Glücksspielanbieter in dem nordischen Bundesland lockerer, sondern auch die Regulierungen in Bezug auf die Werbung für Glücksspielangebote.

Diese lockere Regelung in Bezug auf die Werbung kommt vor allem den Sportvereinen zu Gute. Vor allem im Bereich des Fußballs können die Vereine durch die neue Gesetzgebung in Schleswig-Holstein freier agieren. Es gibt bereits Vereine, die durch die neuen Regelungen neue Sponsoringdeals abschließen konnten, so zum Beispiel der Verein VfB Lübeck. Der Deal wurde mit dem Anbieter von Online Casinos Pokerstars.de abgeschlossen.

Pokerstars.de als Sponsor verfügt nun über ein eigenes Stadion, das Stadion an der Lohmühle. Der Vertrag wurde für die kommenden drei Jahre geschlossen.

Moralisch gesehen wird diese Vorgehensweise von verschiedenen Seiten bereits scharf kritisiert. Werbung für Glücksspiel ist stark verpönt, da von dem Glücksspiel eine hohe Suchtgefahr ausgeht. Besonders in Bezug auf den Jugendschutz empfinden viele die Glücksspielwerbung als verantwortungslos. ähnliche Kriterien wurden ja auch bei der Tabakwerbung angesprochen.

Aus diesen Gründen wird derzeit das Thema noch einmal stark diskutiert und es gibt einen Interessensverband der BRD, der bereits über eine Vorgehensweise gegen die befürwortete Gesetzgebung der EU-Kommission nachdenkt.

Im Bereich des deutschen Fußballs war das Werbungsverbot in der Vergangenheit oft ein Hindernis, da Deutschland als fast einziges Land über diese Werbung keine Einnahmen machen konnte, während dies in anderen Ländern möglich war.

Daher erhoffen sich nun viele Vereine, dass die Gesetzgebung auch in anderen Bundesländern angewendet wird, damit die deutschen Fußballvereine in Zukunft von der Möglichkeit Glücksspiel zu bewerben profitieren können. Derzeit sind allerdings noch keine Entscheidungen getroffen werden. Es ist noch unklar, wie in Bezug auf das schleswig-holsteinische Gesetz weiter vorgegangen wird und ob andere Bundesländer dem Gesetz überhaupt folgen wollen.