Damit ist entscheiden, dass der Kläger, der in Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr und Bochum Sportwetten an private Wettanbieter im EU-Ausland vermittelte, hierbei über keine entsprechende Erlaubnis verfügte. Auch die Empfänger hatten keine Entsprechende Erlaubnis, wodurch das Geschäft als europarechtswidrig erklärt wurde.

Bereits in den Jahren 2006 und 2007 wurde die unerlaubte Vermittlung untersagt. Die Untersagung wurde deshalb ausgesprochen, weil die Erlaubnis nicht mit dem damals geltenden Glücksspielstaatsvertrag und damit verbunden dem derzeit gültigen Sportwettenmonopol NRWs nicht vereinbar gewesen sei, so hieß es in der Pressemitteilung des Gerichts.

Die Vermittler reichten daraufhin Klagen ein, die in Form von Revisionen bis zum letzten Jahr vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesen wurden. Zu diesem Zeitpunkt wurde von Seiten des Gerichtdas Sportwettenmonopol in NRW europarechtswidrig eingestuft, da das Monopol nicht darauf ausgelegt war, die Spieler beim Spiel zu schützen und die Spielsuchtgefahr einzudämmen sowie den Jugendschutz ausreichend zu berücksichtigen.

Grund für diese Annahme war größtenteils die Werbung des Monopolträgers, die weniger zum Spielerschutz und mehr zu fiskalischen Zwecken beitrug.

Im Vergleich zum Verfahren in Bayern mussten bei den Prozessen in NRW andere Grundlagen berücksichtigt werden, so das BVerwG. In NRW gilt die verschuldensunabhängige Haftung, wodurch die Schadensersatzansprüche erst einmal nicht als aussichtslos angesehen werden konnten. In Bayern jedoch wurde in Bezug auf die Schadensersatzansprüche negativ entschieden.

Um beweisen zu können, dass die Vermittlung von Sportwetten hätte untersagt werden können, weil eine fehlende Erlaubnis fehlte, hätte das Bundesland sich auf ein Erlaubnisverfahren berufen müssen. Für NRW trifft dies jedoch, im Gegensatz zu Bayern, nicht zu und daher steht den Vermittlern nun eventuell ein Anspruch auf die Rückzahlung der in der Vergangenheit gezahlten Zwangsgelder zu.