Die Industrie im Bereich Glücksspiel darf noch hoffen, denn es gibt noch die Möglichkeit, dass der eingereichte Entwurf bezüglich des kommenden Glücksspielvertrags erneut verbessert wird.

Die Europäische Kommission wird diesen nun überprüfen. Der Entwurf schockt diesen Sektor mit seiner satten Mehrwertsteuer von rund 17 Prozent und damit, dass lediglich der Markt im Bereich der Sportwetten liberalisiert wird.

Diese Handlung blieb nicht ohne Folgen, denn das aus Bwin und PartyGaming entstandene Unternehmen musste eine Wertminderung seiner Anteile von 16 Prozent hinnehmen. Es wird erwartet, dass die obengenannte Institution der EU bis Mitte Juli eine Entscheidung hinsichtlich des kommenden Vertrags fällt.

Die Länderchefs der Bundesrepublik einigten sich ohne Ausnahme darauf, dass der Zeitpunkt zur Vertragsunterzeichnung auf Oktober dieses Jahres verlegt werden soll. So haben die Bundesminister einen zeitlichen Spielraum, die Anmerkungen der Kommission in den schlussendlichen Entwurf zu integrieren, so der Landesvater von Sachsen-Anhalt.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt wollte lediglich Betfair, ein Betreiber von Online Glücksspiel, auf dem Markt in Deutschland Fuß fassen. Das Unternehmen beauftragte diesbezüglich einen Heidelberger Rechtsexperten mit einer Studie.

Dieser ist der Meinung, dass sich dieser Entwurf nicht vor der Gerichtsbarkeit in der EU halten kann, da die Artikel 49 und 56 des Abkommens in Europa nicht eingehalten werden.

Ein Unternehmenssprecher sagte, dass dieser zeitliche Spielraum den Ministerpräsidenten die Möglichkeit bereithält, diesen Entwurf nochmals zu überarbeiten. Es könnte sein, dass sie sich dazu durchringen können, den Betreibern aus der privaten Sparte eine Möglichkeit zu geben, sich auf dem Markt zu etablieren.

So wären die Nutzer in der Bundesrepublik vor dem unüberwachten Schwarzmarkt sicher. Das Nordlicht Schleswig-Holstein machte einen individuellen Entwurf öffentlich und dieser enthält weniger Restriktionen für Betreiber aus dem Privatbereich als der andere Entwurf und wurde bereits von der Europäischen Kommission abgesegnet.

Die Betreiber haben die Chance, für sämtliche Formen des Glücksspiels Zulassungen zu bekommen, nicht nur für Wetten aus dem Sportbereich. Die geforderten Abgaben des Bundeslandes muten auch wirklichkeitsnahe an.

Das ist der Grund weswegen die Glücksspielindustrie einen solchen Entwurf für die Bundesrepublik wünscht.