Er zockte schon seit Jahren Online und konnte sich im Jahr 2011 über einen stattlichen Gewinn beim Online BlackJack freuen. Im Laufe der Jahre hatte der Spieler beim Online Gaming auch einiges an Geld verzockt, dennoch blieb durch den Gewinn in Höhe von 201.500 Euro noch immer eine Summe in Höhe von 80.570 Euro übrig.

Zumindest so lange, bis der Fall vor Gericht ging und das Gericht das Urteil fällte, dass der Mann keinen Anspruch auf das Geld habe, da er dieses mit dem illegalen Glücksspiel gewonnen hatte. Der Staat entschied somit, dass die Gewinne aus dem Online Glücksspiel eingezogen werden können.

Das Urteil ist das erste dieser Art. Vorher wurde bisher kein Spieler wegen Online Glücksspiel verurteilt, wenn dann trafen solche Gerichtsurteile bisher eher die Anbieter, die sich trotz dessen bisher nicht von dem Online Glücksspiel Angebot abbringen ließen. Viele Anbieter sind in anderen Ländern lizensiert, dennoch heißt es, dass das Online Angebot dieser Betreiber in Deutschland weiterhin verboten bleibt, denn das Online Gaming ist heute weiterhin in Deutschland illegal.

Online Glücksspiel in Deutschland illegal – kein Geheimnis

In dem aktuellen Fall plädierte der betroffene Spieler auf Unwissenheit. Ihm sei nicht klar gewesen, dass das Online Gaming in Deutschland nicht legal sei. Gerade aufgrund der prominenten Werbeträger, wie beispielsweise Boris Becker, sei er davon ausgegangen, dass das Spielen im Internet erlaubt sei. Bekanntermaßen schützt jedoch auch in diesem Fall Unwissenheit vor Strafe nicht.

Dass das Online Glücksspiel in Deutschland nicht legal ist sei nach Angaben des Richters kein Geheimnis. Zum Beispiel über Google lasse sich nach Angaben des Gerichts leicht rausfinden, dass das Online Gambling in Deutschland verboten ist. Darüber hinaus ist diese Informationen in den meisten Nutzungsbedingungen der Anbieter zu finden. Hier wird größtenteils darauf hingewiesen, dass das Online Glücksspiel in manchen Ländern nicht gestattet sei und die Spieler sich selbst über die gesetzlichen Richtlinien informieren müssen.

Genau aus diesem Grund sei die Unwissenheit des Spielers in dem aktuellen Fall kein Grund ihn vor der Strafe zu schützen. Neben dem Einzug des Glücksspielgewinns entschied das Gericht, dass der Spieler darüber hinaus eine saftige Geldstrafe zu zahlen habe.