Es wurde entschieden, dass Gewinne aus Pokerturnieren der Einkommenssteuer unterliegen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen einmaligen Pokergewinn handelt oder um Gewinne von Pokerprofis, die mit dem beliebten Kartenspiel ihr Geld verdienen.

Der Fall Eddy Scharf wurde vor dem Finanzgericht Köln verhandelt. Hierbei wurde darüber entschieden, ob scharf eine Steuer für seine Pokergewinne zahlen müsste. In der Vergangenheit wurde dem Spieler bescheinigt, dass die Pokergewinne nicht steuerpflichtig seien. Beim aktuellen Verfahren jedoch fiel die Entscheidung des Gerichts anders aus. Nach dem Finanzgericht Köln müssen Gewinne aus Pokerturnieren versteuert werden.

Die Poker-Community hatte aufgrund der Verhandlungen innerhalb der letzten Monate darauf gehofft, dass das Gericht anders entscheiden würde. Diese Hoffnung wurde nun jedoch nicht erfüllt und die Entscheidung entwickelt sich zum Schlag gegen die Poker-Community. Auch in der zweiten Instanz, vor dem X. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) fiel die Entscheidung ebenso beunruhigend für die Pokercommunity aus, wie in der vorherigen Verhandlung.

Pokergewinne als steuerpflichtiges Einkommen

Nun könnte man denken, dass generell Pokergewinne besteuert werden müssten, denn meist sind gefällte Urteile maßgebend für später folgende Entscheidungen. In diesem Fall wurde in der mündlichen Urteilsbegründung jedoch deutlich gemacht, dass bei der aktuellen Entscheidung das Pokerspiel als Geschicklichkeitsspiel eine Rolle spielte. Das Gericht entschied, dass es sich im aktuellen Fall nicht ausschließlich um ein Glücksspiel handelte, sondern ein gewisses Maß an Geschick von Nöten sei, um beim Poker entsprechende Gewinne einzufahren. Auch bei dieser Feststellung handelt es sich um ein vieldiskutiertes Thema, welches wieder und wieder für Aufruhr innerhalb der Poker-Community sorgt.

Die getroffene Entscheidung soll nicht ausschlaggebend für zukünftige Entscheidungen sein, denn es würde mehrere Tatbestände geben, die in bestimmten Fällen genauer untersucht werden müssten. So seien Online Poker und Cashgames nicht steuerpflichtig. Auch nicht jeder Turnierspieler sei zum Steuerzahlen verpflichtet, dies würde in Abhängigkeit von den Gewinnabsichten des Spielers und der Häufigkeit der Teilnahme an Turnieren entschieden werden. Die Poker-Community geht jedoch davon aus, dass bald eine allgemeine Regelung eingeführt wird, daher fangen die Spieler bereits jetzt an, auch in Bezug auf das Online Poker Angebot ins Ausland abzuwandern.