Bei den Geboten gab es jedoch zusätzliche besonderheiten, denn die Bieter mussten bei einem rückwärts laufenden Countdown bieten, mit Gebotspunkten, die wiederum vorab käuflich erworben werden konnten. Diese Art von Auktion gab es vorher in dieser Form nicht, zumindest nicht bekannt. Die Countdown-Aktion wurde nun vom Verwaltungsgerichtshof Mannheim als Glücksspiel und damit als verboten deklariert.

Für die Gebotspunkte mussten die Spieler einen Preis zwischen 0,60 ? 0,75 EUR zahlen. Dieser Preis wurde den Bietern im gesamten Zeitraum der Aktion nicht zurückgezahlt, auch dann nicht, wenn der Bieter die Auktion für sich gewann. Pro Einsatz eines Gebotspunkts stieg der Preis der Ware um 0,01 Euro. Gleichzeitig wurde der Zeitraum der Versteigerung um 20 Sekunden verlängert. Der Bieter, der als letztes ein Gebot abgegeben hat, erhielt dadurch das Recht darauf den angebotenen Artikel für den bis dato ersteigerten Preis zu erwerben.

Von Seiten des VGH Mannheims wurde diese Auktion und ähnliche Aktionen nun als verbotenes Glücksspiel eingestuft. Die Einstufung erfolgte auf der Grundlage, dass die Bieter bei der Auktion das Spiel während des Auktionszeitraums nicht beeinflussen könnten. Somit unterliegen die Gebote eines jeden Spielers dem Zufall und nicht der Geschicklichkeit jedes einzelnen.

Die Einwirkungsmöglichkeit bei der Auktion sei für den Spieler nicht wirklich gegeben, auch wenn bestehende Gebote noch überboten werden können, so entscheidet letztlich dennoch einzig der Zufall darüber, welcher Bieter als Gewinner aus der Auktion hervorgeht. Ein weiterer Grund für die Bezeichnung der Countdown-Auktion als unerlaubtes Glücksspiel sei die Geldsumme, die eingesetzt werden muss, um an der Aktion teilzunehmen. Hiermit ist jedoch nicht der Einsatz für den Kauf gemeint, sondern vielmehr die Bezahlung der Gebotspunkte. Diesen Einsatz erhält der Spieler zu keinem Zeitpunkt zurück.