Doch dieses Vorhaben kann nun nicht umgesetzt werden, da sowohl die EU-Kommission als auch Malta Stellungnahmen vorgebracht haben sollen, die die Stillhaltefrist in Schleswig-Holstein bis Anfang Januar verlängern.

Nachdem bereits das liberale Glücksspielgesetz selber und auch die geplante Gesetzesrücknahme der neuen Regierung für hitzige Diskussionen sorgten, ist die Einmischung des EU Mitglieds Malta für den Hauptredner und SPD-Fraktionschef Ralf Stegner Grund genug weitere Diskussionen anzuheizen. Er selbst macht deutlich, dass die Einmischung der maltesischen Glücksspiellobby unverständlich sei, da dadurch nun eine längst überfällige Entscheidung verschoben werden musste.

Von Hans-Jörn Arp wird diese öffentliche Diskriminierung der maltesischen Meinung wiederum barsch kritisiert, denn es sei nicht richtig eine demokratisch gewählte Regierung europäischer Partnerländer zu beschimpfen. Auch Wolfang Kubicki äußerte erneut Kritik an der Vorgehensweise Stegners und kritisierte sein Tun als Schande für das nordische Bundesland.

Das von der schwarz-gelben Regierung eingeführte Kieler Glücksspielgesetz sieht vor, dass private Sportwettenanbieter vor Ort ihr Angebot egal präsentieren dürfen. Auch Online Casinos und Online Poker sollen vor Ort lizensiert werden. Es wurden bereits die ersten Lizenzen herausgegeben und dennoch plant die neue Regierung den Rückzug des Gesetzes und auch die Rücknahme der Lizenzen.

Dies würde jedoch Prognosen zufolge hohe Schadensersatzforderungen mit sich bringen, doch dieser Faktor scheint die neue Regierung nicht zu interessieren. Diese plant für das Bundesland Schleswig-Holstein sich an den geltenden Glücksspieländerungsstaatsvertrag anzuschließen, nachdem 20 Lizenzen für Sportwettenanbieter herausgegeben werden sollen und Online Poker und Online Casinos weiterhin verboten bleiben sollen.

Laut Stegner sei die Erlaubnis von Online Poker und Online Casinos verantwortungslos, da hier die Tendenz zur Kriminalität und Geldwäsche sowie Betrug ansteigen würde. Dies sei schlecht für das Gemeinwohl. Dass durch einen liberalisierten Markt jedoch auch gleichzeitig Kontrolle eingeführt werden könnte und der Staat die Möglichkeit hat, die Unternehmen und die Aktivitäten zu überprüfen, dazu nahm Stegner keine Stellung ein.

Genauso wenig wie zu dem Thema des Schwarzmarkt, welches einfach unter den Tisch gekehrt wird und der Schutz vor Kriminalität, Betrug und Geldwäsche immer wieder durch Stegner in den Vordergrund geschoben wird. Ob von Seiten Stegners nun jedoch eine Entschuldigung vor der maltesischen Regierung vorgebracht wird, bleibt unterdessen noch ungewiss, auch wenn es von Seiten Raps offiziell gefordert wird.