Zwei der Lizenzen sollen an den niederösterreichischen Glücksspielkonzern Novomatic vergeben werden. Eine Lizenz für Wien und eine für Niederösterreich. Die dritte ausgeschrieben Lizenz soll an die Schweizer Stadtcasinos Baden und die deutsche Gauselmann-Gruppe vergeben werden. Die Bescheide über den Zuschlag sollen noch in dieser Woche ausgegeben werden.

Für viele Beteiligte ist die Entscheidung des Finanzministeriums besonders überraschend, denn es wurde erwartet, dass die Casinos Austria, als ehemaliger Monopolist, den Zuschlag für alle drei Lizenzen erhalten werden. Der Glücksspielbeirat hatte im Vorfeld für die Vergabe der Lizenzen and die Casinos Austria gestimmt und eigentlich wurde im Vorfeld für diese Meinung eine hohe Gewichtung eingeräumt. Das Ergebnis fällt nun wohl nicht nur für die Casinos Austria besonders überraschend aus.

Die Casinos Austria waren außerdem Vorreiter im Kampf um die Glücksspiellizenzen, weil als einer der wichtigsten Punkte im Vorfeld die Erfahrung angesehen wurde, die die Glücksspielunternehmen mitbringen sollten, um eine Lizenz erhalten zu können. Nach den neusten Meldungen jedoch sind nun neue Aspekte hinzu gekommen, die deutlich ins Gewicht gefallen zu sein scheinen.

Novomatic konnte besonders viele Fürsprecher für sich gewinnen, unter Anderem den niederösterreichischen öVP-Landeshauptmann, Erwin Pröll, und den SPö-Bürgermeister, Michael Häupl, die sich zuletzt auf die Seite des niederösterreichischen Konzerns geschlagen hatten. Ein Grund hierfür wird auch darin vermutet, dass die Casinos Austria zuletzt den Zuschlag für alle zwölf Konzessionen für bestehende Glücksspieltempel erhalten hatten. Mit den drei noch offenen Lizenzen sollte wohl auch der Konkurrenz die Möglichkeit eingeräumt werden, sich am österreichischen Glücksspielmarkt zu beweisen, so die Vermutung.