Für Deutschland könnte dies eine enorm wichtige Entscheidung werden, da es bisher so ist, dass das Sportwettenangebot in Deutschland zum größten Teil illegal ist. Dennoch gibt es viele Sportwettenanbieter mit einer Lizenz im Ausland, die ihr Angebot vor Ort präsentieren. Auch wenn Spieler diese Angebote nutzen, so heißt es, dass die sowohl von Seiten der Spieler als auch von Seiten der Anbieter illegal sei.

Der Fall, der in Luxemburg verhandelt werden soll, ereignete sich bereits vor ein paar Jahren. Hierbei wurde bei einer Razzia in Sonthofen von der Polizei in einer Spielhalle ein Automat entdeckt, der Sportwetten an einen Wettveranstalter in österreich vermittelte. Der Generalanwalt soll nun dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) seinen Vorschlag in Bezug auf diesen Fall vortragen. Auch wenn dies dann noch keine endgültige Entscheidung bedeutet, so ist davon auszugehen, dass der EuGH letzten Endes dem Vorschlag des Generalanwalts folgen wird. Eine endgültige Entscheidung wird in einigen Monaten erwartet. Diese Entscheidung könnte auch den Blickwinkel der Deutschen auf Situation des Sportwettenmarkts vor Ort maßgeblich beeinflussen.

Neuregelung des deutschen Sportwettenmarkts

Die Richterin in Sonthofen hatte in der Vergangenheit in Bezug auf diesen Fall keine Entscheidung getroffen. Sie zog es vor in einem Vorab-Entscheidungsverfahren Fragen bezüglich der Auslegung und Gültigkeit von Europarecht an den EuGH zu richten. Hierbei soll über die Dienstleistungsfreiheit in der EU gesprochen werden. Eine Entscheidung diesbezüglich würde somit auch andere EU-Staaten beeinflussen. Bis eine Entscheidung hierbei getroffen wird, werden Sportwetten weiterhin in einer Art Grauzone verweilen.

Bisher werden die eigentlich illegalen Angebote in Deutschland strafrechtlich nicht verfolgt, weder die Anbieter noch die Spieler müssen ernsthaft Klagen oder sonstige gerichtliche Vorgehen gegen sie befürchten. Wenn in Sonthofen darüber entschieden wird, ob das Sportwettenangebot in dieser Form erlaubt war, was in Anbetracht der europäischen Dienstleistungsfreiheit durchaus möglich wäre, dann müssten auch einige andere EU-Länder, vor allem Deutschland, über eine Neuregelung des Sportwettenmarkts nachdenken.