Beim Glücksspiel gibt es ein großes Phänomen. Es gibt unterschiedliche Glücksspielangebote: angefangen vom Lotto, über Spielbanken bis hin zu virtuellen Casinos. Meistens erlebt ein Bereich des Glücksspiels zeitgleich einen enormen Boom. So war es beispielsweise mit den Spielhallen, die seit Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen waren.

Während die Nachfrage der Spieler wuchs, wuchs gleichzeitig das Spielhallenangebot. Dies sorgte nicht nur für Freude, vor allem die Regierung machte sich in Anbetracht dessen Sorgen um die Spieler, für die gleichzeitig die Spielsuchtgefahr wuchs. Auch in Unna haben in den vergangenen Jahren mehr und mehr Spielhallen aufgemacht. Neben der Suchtgefahr empfinden viele Menschen die Spielhallen zusätzlich als Schandflecke für die Stadt. In Unna konnte die Ausbreitung der Spielhallen nun erst einmal gestoppt werden.

Eigentlich sollte es Freude bei dem Arbeitskreis gegen Spielsucht e.V. auslösen, wenn klar wird, dass die Spielhallen in Unna sich nicht weiter ausbreiten. Allerdings kommt an dieser Stelle das Phänomen zum Tragen, denn auch wenn die Ausbreitung von Spielhallen gestoppt werden konnte, so boomt nun ein andrer Bereich.

Mehr und mehr Spielgeräte werden in Gaststätten integriert, sodass die Spieler ihre Nachfrage weiterhin beantwortet bekommen. Das Glücksspiel hat sich in Unna demnach verschoben: vom vermehrten Glücksspielangebot in Spielhallen, zu einem umfassenden Angebot des Glücksspiels in Gasthäusern und Schankwirtschaften.

Fakten zum Automatenspiel:

  • Schließung von rund 165 Spielhallen im Zeitraum 2014/1016
  • Erteilung von rund 250 Konzessionen weniger
  • In Unna gibt es 190 Geldspielgeräte an zehn Standorten
  • Abbau an Geldspielgeräten in Spielhallen um über 3800 auf immer noch 153.174 Automaten in Deutschland

Als Grund für den Abbau von Spielhallen wird der erste Glücksspieländerungsstaatsvertrag vom Arbeitskreis genannt. Hiernach wurden gesetzliche Regelungen wie Mindestabstände, maximale Automatenanzahlen und Verbot von Mehrfachkonzessionen festgelegt, die dafür sorgten, dass zahlreiche Etablissements schließen mussten. Durch weitere Verschärfungen von Spielhallengesetzen wurde dies vorangetrieben.

Während dies eigentlich für Freude sorgen sollte, weil die Spielsuchtgefahr auf diesem Weg eingedämmt werden sollte, löst die Gesetzgebung eine Verschiebung des Glücksspiels aus. Heute sind mehr und mehr Glücksspielgeräte in der Gastronomie zu finden. Die Anzahl der Spielgeräte stieg demnach, trotz Spielhallenschließungen, um rund 14,2 Prozent an.