Auch wenn die Gesetzgebung bundesweit nicht einheitlich ist und verschiedene Bundesländer die Regelung unterschiedlich durchsetzen wollen, so sehen zahlreiche Automatenbetreiber sich in der eigenen Existenz bedroht. Einige der Bundesländer haben bereits angekündigt, dass per Losverfahren entschieden werden soll, welche Spielhallen bestehen bleiben sollen.

Wenn das Glücksspiel zum Glücksspiel wird wollen die Unternehmen nicht tatenlos zusehen und daher haben viele Automatenbetreiber bereits angekündigt, die Kommunen zu verklagen.

Der Bestandsschutz für bestehende Spielhallen ist im Jahr 2017 vorbei. Nicht nur für viele Spielhallen kann dies das Aus bedeuten, sondern auch die berufliche Zukunft für viele Mitarbeiter ist dadurch in Gefahr.

Was das Mindestabstandsgesetz generell vorsieht sind folgende Punkte:

– Automatenspiel Einrichtungen sollen einen gesetzlich vorgegebenen Mindestabstand zu anderen Glücksspiel Orten einhalten

– bisher galt der Bestandsschutz für bestehende Spielhallen

– ab Juli 2017 ist der Bestandsschutz vorbei und zahlreiche Spielhallen müssen schließen

– in vielen Bundesländern soll per Losverfahren über Schließungen von Spielhallen entscheiden

– Mitarbeiter und Unternehmer bangen um ihre Zukunft

In den verschiedenen Bundesländern sind die Mindestabstandsregelungen unterschiedlich. So soll in Berlin ein Mindestabstand von 500 Metern gelten, in Bayern hingegen wurde ein Mindestabstand von 100 Metern zwischen Glücksspieletablissements festgelegt. Viele Standorte von Automatenbetreibern verlieren durch diese Regelungen ihre Konzession. Hierbei wird jedoch in den meisten Ländern nicht entschieden, welche Spielhalle am längsten vor Ort ansässig ist, sondern das Los soll entschieden, welches Unternehmen die Spielhalle dicht machen muss und welche Mitarbeiter dadurch arbeitslos werden.

Spielerschutz auf Kosten der Mitarbeiter

Viele Spielhallen und Automatenbetreiber haben bereits Klagen gegen die Kommunen angedroht. Die Gesetzgebung rund um das Automatenspiel wurde aus dem Grund eingeführt, um die Verbraucher vor der Spielsucht zu schützen. Studien belegen, dass von Automatenspielen eine hohe Suchtgefahr ausgeht. Vor einigen Jahren waren die Spielhallen in vielen Städten wie Pilze aus dem Boden geschossen, in vielen Städten stieg dadurch die Anzahl der Spielsüchtigen und das Stadtbild veränderte sich nach Angaben von Bewohnern zum Negativen. Hier soll von Seiten des Staates nun ein Riegel davorgeschoben werden.

Mit dem Mindestabstandsgesetz soll der Plan realisiert werden, die Anzahl der Spielhallen, vor allem in Ballungsgebieten und Stadtzentren, zu verringern. Dass dies jedoch auch negative Folgen für Betreiber und Mitarbeiter haben wird, wird hierbei nicht berücksichtigt. Der Schutz der Spieler kann sich für die Angestellten der zu schließenden Etablissements negativ auswirken und so kommen die Verbraucher, in mancherlei Hinsicht, vom Regen in die Taufe.