Das Glücksspiel ist des einen Spielers Freud, des anderen Leid. So können Spieler auch beides erleben, wie ein aktuelles Beispiel deutlich aufzeigt. Nach einem Millionengewinn ist der Spieler, der innerhalb von Minuten zum Millionär wurde, heute insolvent und hoch verschuldet. Wie es dazu kommen konnte?

Der Spieler hatte im Spielcasino in St. Gallen bei einem Spielautomaten den Jackpot und damit 3,5 Millionen Franken gewonnen. Durch die eigene Spielsucht getrieben, hat der glückliche Gewinner das Geld jedoch nicht angelegt, sondern dafür verwendet um weiter zu zocken. In Wettlokalen und Erotikbars floss das Geld aus seinen Händen, sodass er heute insolvent ist und Schulden in Höhe von rund 1,2 Millionen Franken bei seinen Gläubigern offen hat.

Wie aus Glück Pech wurde:

  • 41-Jähriger gewann vor zwölf Jahren den Jackpot an einem Spielautomaten im Spielcasino St. Gallen
  • Gewinn in Höhe von 3,5 Millionen Franken
  • durch die eigen Spielsucht verspielte er sein Geld im Anschluss weiterhin in Wettlokalen
  • Insolvenzverfahren wurde eingeleitet
  • Trotz Insolvenz spielte der Zocker weiter
  • Anhäufung hoher Schulden aufgrund der Spielsucht
  • der mit drei Vorstrafen belastete Spieler wurde nun wegen betrügerischer Krida zu einer teilbedingten Gefängnisstrafe von 15 Monaten verurteilt

Zusatzstrafe zu einer deutschen Verurteilung

Der Spieler, der einst an dem Spielautomaten enormes Glück erlebte, hat offensichtlich nun eine selbst bedingte Pechsträhne. Der Spieler war bereits vorbestraft und zusätzlich zu einer deutschen Verurteilung zu neun bedingten Haftmonaten vom März 2016 wurde bei dem aktuellen Verfahren gegen den Spielsüchtigen das Urteil ausgesprochen und der Spieler wurde wegen betrügerischer Krida zu einer teilbedingten Gefängnisstrafe von 15 Monaten verurteilt. Fünf Monate dieser Strafe müssen unbedingt in Haft abgesessen werden.

Hoher Schaden für Gläubiger

Dem Spieler wird vorgeworfen, dass dieser während seines Insolvenzverfahrens rund 50.000 Euro bei Glücksspielen und in Tabledancebars ausgegeben haben soll. Hierbei habe er das Geld zahlreicher Gläubiger verzockt, welchen dadurch ein hoher Schaden entstanden ist. Es ist von einem Schaden in Höhe von rund 117.000 Euro die Rede. Neben den Anklagen durch die Gläubiger war der Spieler selbst vor Gericht gezogen und zwar gegen das Spielcasino St. Gallen. Hier hatte er zwar den Millionenjackpot geknackt jedoch habe er nach eigenen Angaben mehr verloren als gewonnen. Der spielsüchtige Zocker hatte sein gewonnenes Geld beim Glücksspiel verloren. Da er nicht als spielsüchtiger Spieler gesperrt worden war, forderte der Verurteilte vom Spielcasino St. Gallen eine Summe in Höhe von 1,6 Millionen Euro als Schadenersatz zurück. Die Anklagen, die gegen den Spieler eingereicht wurden, versuchte der Zocker mit seinem Anwalt abzuwehren und es wurde von Seite des Beklagten angegeben, dass dieser aufgrund von Spiel- und Alkoholsucht nicht zurechnungsfähig gewesen sei.