Mit diesen Situationen kennt sich auch der ehemalige Stammkunde Vito Marino aus Heidenheim aus, doch nicht nur beim Glücksspiel selber, sondern auch beim Besuch im Wettbüro. Während er im Wettbüro der Firma Cashpoint in Heidenheim lange Zeit Stammkunde war, darf er dieses nun nicht mehr betreten.

Wie es zu diesem Hausverbot kam? Der Spieler Vito Marina klagt wegen einer Sportwette gegen die Firma Cashpoint, eine Tochterfirma der Gauselmann-Gruppe. Bei dem Zivilprozess gibt es mehrere Zuschauer beim Amtsgericht, wo Marino mit dem Anwalt der Firma Cashpoint um einen Betrag in Höhe von 906,20 Euro kämpft. Der Spieler hatte im September 2015 in einem Sportwetten-Büro an der Bahnhofstraßl;e eine Sportwette abgeschlossen, der Gewinn aus der Sportwette sollte 906,20 Euro betragen, allerdings wurde die Summe im von der Firma Oddsline Entertainment betriebenen Wettbüro nicht ausgezahlt. Nach Angaben des Geschäftsführers Daniel Speyer, der für Oddsline Entertainment angestellt ist, liege dies jedoch am Anbieter der Sportwetten, der Firma Cashpoint. Als Wettbüro sei das Etablissement von Oddsline nur Vermittler der Wetten, der Vertrag würde jedoch mit der dahinter stehenden Firma Cashpoint, die als Wettanbieter fungiert, geschlossen.

Quotenfehler bei Cashpoint

Die Aussage von Speyer gab schnell Aufschluss darüber, was an besagtem Tag, dem 20. Dezember, passiert sein muss. Letztendlich gab es demnach einen Quotenfehler bei einem Wettangebot. Cashpoint nahm die Wette nach einem Anruf von Speyer direkt aus dem Programm und das Unternehmen bat den Geschäftsführer die Spieler darum zu bitten, die Wetten zu ihrem eigenen Schutz zu stornieren. Speyer hätte dem Kläger eine Abfindung in Höhe von 500 Euro angeboten, dieser hätte diese jedoch nicht angenommen.

Nach Angaben des Richters sei die Verhandlung eine Musterverhandlung, was auch durch das großl;e Interesse von Seiten anderer Spieler bestätigt würde. Während die Beklagten die Meinung vertreten, dass die Spieler, die den Quotenfehler erkannt hatten, unmoralisch gehandelt hätten, zeigte Speyer sich ängstlich und empfand eine Bedrohung von Seiten der Spieler. Noch in dieser Woche soll ein Zwischenurteil gefällt werden.