Dies bedeutet, dass im Falle eines Scheiterns des Glücksspielstaatsvertrages dieses in Kraft treten würde. Für diese Vorgehensweise hatte sich die Regierungskoalition aus CDU und FDP eingesetzt, auch wenn dies von der SPD-Fraktion kritisiert wurde.

Laut SPD seien die Regelungen in dem Vorschaltgesetz viel lockerer, als die im Glücksspielstaatsvertragsentwurf vorgesehenen. Durch das Vorschaltgesetz würden beispielsweise Live-Wetten gestattet werden, was in dem Glücksspielstaatsvertrag nicht vorgesehen wurde.

Die FDP macht in einem Statement deutlich, dass die Einführung des Vorschaltgesetzes eine liberale Regulierung vorsehe, um den deutschen Glücksspielmarkt für die Spieler so attraktiv wie möglich zu gestalten. Der Glücksspieländerungsstaatsvertrag wurde bereits von insgesamt 15 Ministerpräsidenten unterschrieben. Die einzige Enthaltung gab es von Seiten Schleswig-Holsteins, da das nordische Bundesland ein eigenes Glücksspielgesetz verabschiedete.

In dem Notifizierungsverfahren müssen nun 13 Landtage das Regelwerk beschließen, jedoch rechnen einige Beteiligte mit einem Scheitern dieses Vorhabens. Für diesen Fall wurde in Niedersachen das Vorschaltgesetz eingeführt. Initiator war hier unter Anderem Wirtschaftsminister Jörg Bode von der FDP, welcher das schleswig-holsteinische Glücksspielgesetz in der vorgestellten liberalen Form schon seit Verabschiedung sehr befürwortete.

In dem Entwurf von dem Glücksspielstaatsvertrag ist vorgesehen, dass Sportwetten gestattet sein sollen, allerdings wurde hierfür die Anzahl der Lizenzen auf 20 begrenzt. Auch in Bezug auf Werbung für Glücksspiel sind die Regelungen in dem Glücksspieländerungsstaatsvertag eng gefasst.

Das Vorschaltgesetz würde diese Regelungen lockerer behandeln und weniger Schranken einbauen. Zusätzlich zu dem lockeren Gesetz wurde außerdem der sogenannte Kabinettsvorbehalt eingeführt, womit alle Entscheidungen erst die Zustimmung der Landesregierungen benötigen.

Online-Poker und Online-Casinos sollen jedoch auch laut Vorschaltgesetz verboten bleiben. Niedersachen darf im Falle eines Eintretens des Vorschaltgesetzes jedoch keine eigene Lizenzen vergeben, aber dafür könnte das Land sich der von einem anderen Bundesland erteilten Konzession anschließen. Ob das Vorschaltgesetz eintreten wird, bleibt so oder so erst einmal noch abzuwarten.