Seit rund 125 Jahren führte man mehrere Abstimmungen dazu durch. Hierbei bewegte man sich zwischen einer rigorosen Untersagung und einer zarten öffnung. Glücksspiele waren vor zwei Jahrhunderten sehr beliebt und besonders in Lokalitäten, die viele Besucher hatten, öffneten rentable Spielstätten ihre Pforten.

Parallel dazu wurde der Unmut, was diese Vergnügungen anging, immer größer, denn die breite Bevölkerung führte hierauf zurück, dass es Auseinandersetzungen und Armut gab. Die Schweiz wollte damals diese Art der Spiele zu 100 Prozent untersagen und im Rahmen einer Abstimmung des Volkes im Januar vor rund 126 Jahren war der Artikel in der Verfassung, der dem Land die Möglichkeit zur Untersagung bringen sollte, mit 56 Prozent und mit 11.5 Standesstimmen ad acta gelegt worden.

In der überarbeiteten Bundesverfassung wenig später untersagte man die Spielbanken wohingegen Glücksspiele, für die man nur einen niedrigen Einsatz tätigte, in Tourismusorten nach wie vor akzeptiert waren. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts befanden sich die Ressentiments gegen die Spielbanken auf dem Gipfel, die Kantone untersagten bis zum 1. WK das Geschäft mit dem Lottospiel.

1920 bekam eine Volksinitiative, die von den "Westschweizer Liberalen" und "Radikalen" ausging und die eine Untersagung der Spielbanken zur Folge haben sollte, mit 55,3 Prozent und 13,5 Standesstimmen grünes Licht. Ein gegnerischer Entwurf, welcher Ausnahmen erlauben sollte, hatte mit 69,2 Neinstimmen keine Chance.

Zwischen den beiden Weltkriegen wurde eine Liberalisierung durchgeführt, es wurden die Lotterien, die für gute Zwecke existierten, wieder erlaubt, so kamen die großen Gesellschaften im Lotteriebereich zustande. Ende 1928 gab es eine sogenannte "Kursaal-Initiative" des Tourismussektors, die grünes Licht mit 52 Prozent Ja- und 13,5 Standesstimmen erhielt.

Hier wurden wieder Spiele, die einen Höchsteinsatz von 2 Franken je Spiel vorweisen konnten, erlaubt. Fast 30 Jahre später bekam eine Abänderung des Artikels der Verfassung mit Ja- und Standesstimmen in Höhe von rund 60 Prozent und 19 Ständen ein Ja, so konnte der Höchstbetrag auf fünf Franken angehoben werden.

35 Jahre darauf, 1993, war die Untersagung der Spielbanken in der Verfassung der Schweiz endlich Geschichte. Mit rund 73 Prozent der Stimmen und jedem Stand wurde dieser Beschluss angenommen und das darauffolgende Gesetz wurde 2000 gültig. Heute finden sich in der Schweiz sieben große Casinos mit A-Zulassung und 12 Kursäle, die über eine B-Konzession verfügen.

Hierzu sollen sich noch ein großes Casino und ein Kursaal im Ort Neuenburg gesellen.