Wieder steht weiteren Casinos in Deutschland die Schließung bevor. Dieses mal trifft es die beiden Spielbanken Görlitz und Plauen, beide Spielbanken werden vorraussichtlich im März 2010 geschlossen werden. Die Pechsträhne im Casino-Glücksspiel macht dem Freistaat Sachsen schwer zu schaffen. So heisst es für die beiden Standorte ab März "rien ne va plus". Wenn die Lichter in den beiden Spielbanken ausgehen, verliert auch der Freistaat viel Geld. In einem Gutachten sei der Wert der Spielbanken vor zwei Jahren auf 30 Millionen Euro geschätzt worden, wovon heute keine Rede mehr sein kann. Die Sprecherin der sächsischen Spielbanken GmbH, Kerstin Waschke, ist davon überzeugt, dass die Spielbanken dem Nichtraucherschutz zum Opfer gefallen sind. Hauptsächlich wegen des Rauchverbots seien die Besucher ausgeblieben und die Casinos seien einfach nicht mehr rentabel gewesen.

Der gleichen Meinung ist auch der Geschäftsführer Wolfgang Bildstein. Er macht den vorigen Landtag für die Schließung verantwortlich: "Das Problem wurde erst nicht erkannt und dann fünf Mal im Wirtschafts- und Finanzausschuss vertagt." Laut Bildstein habe das Parlament den landeseigenen Casino-Betrieb vor dem Baum gefahren und somit das Staatsvermögen vernichtet.

Die Dresdner Koalition zog zwar die Reißleinen und gestattete seperate Raucherräume, in Chemnitz darf somit wieder seperat gequalmt werden und das Geschäft läuft vergleichsweise stabil, allerdings ist das in Leipzig und Dresden nicht so leicht realisierbar und mit Investitionen verbunden.

Nach der Schließung der beiden Kasinos wird es künftig nur noch drei statt fünf Casino-Standorte geben, dazu gehören Leipzig, Chemnitz und Dresden. Auch an diesen Standorten herrscht mehr Frust als Spiellust, seit 2007 ging die Anzahl der Gäste von 482 000 auf 114 000 Gästen stark zurück. Der Bruttospielertrag sinkte um mehr als die Hälft auf neun Millionen Euro. "Den Spielbanken geht es schlecht, neue Konzepte müssen her und Investitionen", weiß auch Bildstein. Er lässt sich nicht in die Karten schauen, ob und welche Pläne es gibt. Er sagt nur, dass es eine Renaissance des klassischen Spiels, zu dem auch Roulette gehört, geben könnte.