Es ist nichts Neues, dass Alkohol und Drogen den Menschen erheblich Schaden zufügen und ihr Leben ruinieren können. Seit etlichen Jahren ist eine neue Suchtgefahr erheblich im Kommen und zwar ist dies das Glücksspiel.

Das Angebot dessen ist inzwischen so umfangreich geworden, dass Spieler nicht einmal aus ihrer Wohnung gehen müssen um auf Beutezug zu gehen. Seien es Sportwetten, Poker oder Casino, diese können inzwischen unkompliziert in den eigenen vier Wänden genutzt werden.

Hier winken verlockende Bonusprogramme und bei einer Einzahlung von 50 Euro bekommt man das Ganze als Präsent noch einmal. Es ist durchaus verständlich, dass man in finanziell nicht so rosigen Phasen darauf fliegt, wie die Biene zur Blume.

Der kleine Zeitvertreib kann rasch zu einem Problem werden, wenn man sich nicht aus eigenem Antrieb davon befreien kann. Dies wird noch viel zu sehr unterschätzt. Die meisten Spielsüchtigen wählen aber nicht den anonymen Schritt im World Wide Web, sondern besucht eine der zahllosen Spielhallen, so ein Psychologe von der Psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstelle PROP e.V. im bayrischen Freising.

Dieses heikle Thema sei lange Zeit vernachlässigt worden und deshalb hätten auch die verantwortlichen Kostenträger nicht viel dafür übrig. An jeder Ecke locken nun zahllose Online Anbieter und Spielhallen und es werden nun immer mehr, parallel dazu steigt die Zahl der Suchkranken an.

Das Vorgehen ist dabei immer gleich, es beginnt mit kleinen Beträgen führt zu Spieleinsätze in 10.000ern und am Ende sitzt der Betroffene auf einer Menge Schulden, die er nicht mehr in den Griff bekommt. Betroffene sind oftmals der Ansicht, das verlorene Geld wieder erspielen zu können, doch dies klappt laut dem Psychologen nicht.

Er sagt auch, dass die Spielsucht viel tiefere Gründe habe. Dahinter verstecke sich oftmals ein nicht bewältigtes Problem in Beziehung oder dem Beruf. Spieler würden häufig narzisstisch werden und als Folge eine Depression bekommen.

Hinweise auf eine Spielsucht sind beispielsweise wenn es zum Alltag wird, in einer Spielhalle innerhalb von vier bis fünf Stunden rund 400 Euro zu verzocken und wenn immer höhere Einsätze getätigt werden. Kritisch wird es laut dem Psychologen auch, wenn schon am Anfang des Monats kein Geld vorhanden ist.

Banken sieht er hier besonders in der Pflicht, gerade die Online Banken. Diese geben oft ohne genaue Nachweise Dispokredite mit vierstelligen Beträgen, was den Betroffenen natürlich besonders zupass kommt. Hier ist es notwendig schärfere Kriterien durchzusetzen.