Pokerturniere mit kommerziellen Zwecken die keine Lizenz für eine Spielbank haben, sind unrechtmäßig, so das Bundesgericht. Es macht dem Geschäftsmodell unterschiedlicher privater Firmen, die vom Bund keine Lizenz erhalten haben, den Garaus. Das Ende betrifft auch einen Adressenschwindler, der in der ganzen Schweiz bekannt ist.

Poker ist nur noch ausschließlich in 19 Schweizer Spielbanken mit Lizenz genehmigt. Dies entschied das Bundesgericht Mitte Mai dieses Jahres. Es sagt aus, nur Spielbanken mit einer Lizenz des Bundes kommerzielle und öffentliche sogenannte Texas Holdem-Turniere abhalten dürfen. Nicht öffentliche Turniere im privaten Kreis sind aber weiterhin gestattet. Das Bundesgericht hatte zu entscheiden, ob diese Turniere als Glücks- oder Geschicklichkeitsspiele einzustufen sind.

Der Unterschied macht viel aus, denn Glücksspiele fallen unter das Spielbankengesetz und dürfen nur mit Lizenz kommerziell veranstaltet werden. Diese fallen in den Zuständigkeitsbereich der Kantone und sind im Land auch Betrieben ohne Zulassung gestattet. Die ESBK (Eidgenössische Spielbankenkommission) bewertete die Texas Hold’em-Pokerturniere im Dezember 2007 als Geschicklichkeitsspiel, was das Bundesverwaltungsgericht bestätigt hatte. Dies hatte zur Konsequenz, dass Poker Casinos in privater Hand in der Schweiz rasant anstiegen.

Der Schweizer Casino Verband ging gegen den Entscheid an und war erfolgreich. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes wurde gekippt. Die Begründung für dieses Urteil lautet folgendermaßen: Die EBSK sei durchaus berechtigt, als Fachinstanz zu überprüfen, ob ein Spiel als Glücksspiel oder als Geschicklichkeitsspiel zu bewerten ist. Aber die von ihnen durchgeführten Testreihen seien nicht brauchbar gewesen um aufzuzeigen, dass bei den geprüften Poker Turnieren die Geschicklichkeitsaspekte stärker als die Zufallselemente sind.

Die ESBK hat mittlerweile fast alle Einträge zum Thema entfernt, doch die Seite existiert nach wie vor. Neben vielen anderen gesellte sich auch Blöchliger-Bortolini zu den Texas-Poker-Spielern. Er ist einer der bekanntesten Adressbuchschwindler in der Schweiz. Mit Unternehmen wie der B&P Dienstleistungen GmbH taten sich er und sei Komplize Christoffel Jahr für Jahr mit kostenpflichtigen Gratis-Einträgen in Branchenbüchern an Unternehmern gütlich und machten damit eine Menge Geld.

Er ist auch der Begründer der Swiss Poker AG, die diese Texas Holdem Turniere jeden Tag abhält, wie es die Webseite berichtet. Mit dem Urteil ist die geschäftliche Diversifizierung für Blöchliger-Bortolini und Co. nun Geschichte.