Alles nahm sehr diskret seinen Lauf. Wie in den Jahren 1998 und 2001, als Österreich schon lange zur EU gehörte. Die Zuteilung der Casino Lizenzen war immer eine bilaterale Sache zwischen dem Finanzministerium und den Casinos Austria.

Weitere Betreiber waren nicht einmal eine überlegung wert. Durchsichtigkeit war hier nicht zu finden. über die durchgeführte erfolgreiche Verlängerung der Zulassungen wurden Interessierte im besten Fall durch die Zeitung in Kenntnis gesetzt. Doch seit dem 9. September ist nichts mehr wie es war.

Der Europäische Gerichtshof hat auf Anrufung des Casino Betreibers Engelmann aus Deutschland geurteilt, dass auch Nichtösterreicher bei der Verteilung der Zulassungen in Betracht gezogen werden müssen und dass bei diesem Prozess eine bestimmte Durchsichtigkeit geboten ist.

Für den Vergaberechtsfachmann Schmalzl steht fest, dass nun eine baldige neue Bekanntmachung sämtlicher Glücksspielzulassungen, die den Vorgaben entspricht, notwendig sei.

Dies bedeutet im Klartext eine öffentliche Bekanntmachung in der gesamten EU und zwar von sämtlichen Lizenzen. Dazu gehören auch diejenigen, die zuletzt zu den Gunsten der Casinos Austria fortgeführt wurden. Nur im Finanzministerium will man noch nicht so recht. Frühestens 2011 will man sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Doch Betreiber, die interessiert sind, lassen sich von der zögerlichen Methode der österreichischen Regierung nicht ins Bockshorn jagen. Bis in Bälde sollen schon 36 Interessenanfragen für die Casino-Zulassungen aus dem In- und Ausland im Finanzministerium eingegangen sein. Der Casino Betreiber Engelmann ist trotz allem unter den 36 Anfragen zu finden.

Er werde sich mit Sicherheit um eine der 15 Casino-Zulassungen bemühen. Finanzieren möchte er dies aber nicht allein, denn er hat schon Investoren aus dem europäischen Raum gefunden. Die Casinos Austria haben ebenfalls ihr Interesse bekundet. Sie werden sich um alle 15 Zulassungen bemühen, so der Geschäftsführer des Unternehmens.

Ein Unternehmen, das sich für mehrere Zulassungen bewerben möchte, ist der Automatenhersteller Novomatic aus Österreich. Eine deutliche Zusage kommt auch vom Geschäftsführer der Century Casinos, der an einer oder mehreren Casino-Zulassungen Interesse bekundet. Doch nicht nur Betreiber im Land zeigen Interesse dafür.

So bejaht der Betreiber Swiss Casinos im Nachbarland Schweiz, dass man dies genau unter die Lupe nehmen werde. Die Gauselmann-Gruppe aus Deutschland möchte sich zwar nicht bei Spielbanken ins Zeug legen, doch sie hält es für nicht ausgeschlossen sich um eine Automatenzulassung, die auch in der gesamten EU bekannt gemacht werden muss, zu bemühen.

Weitere Interessenten sind das Casino Baden-Baden aus Deutschland, die Hit-Gruppe aus Slowenien, das Princess aus der Türkei, das Olympic aus Estland und auch Betreiber aus Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Weitere bekannte Glücksspielkonzerne hingegen lehnen ab.

Der Anbieter von Sportwetten, bwin, der groß im Casino-Geschäft ist, hat andere Schwerpunkte. Wenn es zur Verteilung einer eigenen Online Zulassung kommen sollte, dann hätte man Interesse, sonst nicht, so eine Sprecherin.

Dass diese Online Zulassung vielleicht bald Einzug ins Glücksspielgesetz halten wird, wird in der Branche nicht als unmöglich angesehen. Der Konkurrent aus Großbritannien, William Hill, der erst vor kurzem auf dem österreichischen Markt Fuß gefasst hat, möchte sich nur um den Online Bereich kümmern.