Die öffentlichen Bekanntmachungen im Hinblick auf die umkämpften Zulassungen im Bereich der Lotterie in Österreich erreichen ihre interessanteste Zeit.

Insgesamt gingen Bewerbungen von drei Unternehmen ein, so berichtet es das Finanzministerium. Die Frist zur Bewerbung lief vor Kurzem ab. Unter den Augen der Finanzprokuratur sah man sich die Dokumente dann an.

Wer die drei Bewerber sind, wurde nicht offengelegt. Ein Beirat, der eine Beratungsfunktion hat, wird unter der Führung des Sektionsverantwortlichen im Ministerium die Bewerbungen in Augenschein nehmen.

Aufgrund dieser Prüfung wird der Beirat eine Empfehlung öffentlich machen. Der endgültige Entschluss wird im Herbst dieses Jahres fallen. Die "österreichischen Lotterien" haben bei den Bewerbungen die Nase vorn, sie bekamen ihre Zulassung immer ohne vorherige überprüfung.

Die momentane Konzession des Unternehmens ist noch bis September nächsten Jahres in Kraft. 2010 entschied der Europäische Gerichtshof in Luxemburg, dass der Alleinanspruch des Staates auf Casinos und Lotterien in Österreich nicht rechtens ist.

Im Zuge dieser Entscheidungen macht man die Zulassungen nun in ganz Europa öffentlich. Die momentan zur Verfügung stehende Zulassung ist ab Oktober des kommenden Jahres gültig und läuft bis 2027.

In die Konzession integriert sind neben den üblichen Lottospielen, wie beispielsweise Toto und Bingo auch elektronische Lotterien, virtuelles Lottospiel und auch Automatenspiele mit einarmigen Banditen, die eine Zentralverbindung aufweisen.

Für die Lotterien österreichs geht es um alles oder nichts. Wenn die Unternehmenstochter der "Casinos Austria", ihren Einfluss bei der Zuteilung der Konzession nicht geltend machen kann, dann müssen die Aktivitäten auf Eis gelegt werden, so der Vorstand.

Die "österreichischen Lotterien" sind aber zuversichtlich, die Zulassung zu bekommen. Dies schreibt man der mehrjährigen Erfahrung und den Abgabenzahlungen zu.

Die Lotterien bringen dem Staat etwa 400 Millionen Euro ein und weisen über 6.000 Vertriebsstellen auf, von ihnen sind rund 4.000 Annahmestellen für das Lottospiel.