Die Umzugsabsichten des Westspiel-Casinos nehmen Gestalt an. Laut der Zeitung des Weser-Kuriers soll das Casino nach einer längeren Pause in der Bauphase an der Schlachte in einem halben Jahr wieder geöffnet werden. Die Homepage des Casinos in Bremen versucht, potenzielle Besucher mit dem Slogan "Willkommen in Bremens Schmuckstück" anzulocken.

Laut der Webseite steht das Casino in der Böttcherstraße, "wo die Hansestadt am allerschönsten ist". Diese Straße beherbergt historische Häuser und Kulturdenkmäler. Die Gäste des Casinos können ein architektonisches Juwel mit einer einzigartigen Atmosphäre erleben, so die Webseite. Die Fotos des Casinos und idyllische Umgebung stützen diese Schilderung. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Trotz der Idylle der Casinolage ist es nicht zu übersehen, dass sich die Einnahmen in den letzten Jahren drastisch reduziert haben. Im Jahr 2002, in dem der Euro eingeführt wurde, gaben die Besucher des Casinos 25 Millionen Euro im Casino aus, heute hat sich diese Summe um mehr als die Hälfte verringert. An einer neuen Umgestaltung kommt man nicht vorbei, wenn man den Abwärtstrend aufhalten wolle, so der Bremer Senat.

Die Verlegung des Casinos gehört zu diesem Plan. Auf dem Umzug in das historische Planungsamt Bremens ruhen viele Hoffnungen. Man hofft, dass die Einnahmen ansteigen, das bislang nicht dazugehörende Automatenspiel mit im Boot wäre. Das bedeutet, dass die Gäste dann alles in einem Casino bereitgestellt werden kann. Doch Verhandlungen über einen Mietvertrag verliefen nicht so schnell wie gedacht, da der Bremer Senat die Zulassung für den Anbieter Westspiel, dessen Lizenz in zwei Jahren ungültig wird, immer noch nicht verlängert hatte.

Die aktuelle Verlängerung, die 10 Jahre beträgt wird nur erfüllt werden, wenn das Casino auch tatsächlich verlegt wird. Zu dem Erneuerungsplan werden die Bedingungen bezüglich der Spielabgaben angepasst. Bremen hilft dem strauchelenden Casino auf die Beine, in dem es die Abgaben reduziert Sollte das Casino in den nächsten beiden Jahren Verlust einfahren, hat es die Möglichkeit mit den zuständigen Ressorts über die Umstände zu verhandeln.

Klar, ist, dass gute Einnahmen dem Casino nur nutzen können. Doch auch bei niedrigen Einnahmen bekommt die öffentliche Hand einen Teil des Gewinns, so will man zur Umsatzsteigerung ermutigen, denn diese Abgabe ist eine nicht zu unterschätzende Geldquelle für die meisten Bundesländer, die das Geld für ihre Haushalte benötigen. Denn mit diesen finanziellen Mitteln werden hilfreiche Projekte und der Hauptteil der Sport- und Kulturförderung unterstützt. Die Spielhalle ist dazu verpflichtet, einen funktionierenden und breiten Spielerschutz nachzuweisen.

Die Verlegung des Casinos sollte in nächster Zeit von Statten gehen, in einem halben Jahr haben die Casinochefs vor, die eintreffenden Besucher in Empfang zu nehmen. Davon ist auf der Homepage noch nicht die Rede. Zum Betreiber Westspiel gehören auch die Casinos Bremerhaven Bad Oeynhausen, Dortmund-Hohensyburg, Berlin, Erfurt, Dresden sowie Aachen.

2009 hatte besonders Hohensyburg, wo in alter Tradition das EPT abgehalten wird, mit massiven Umsatzeinbußen zu kämpfen, es wurde gemunkelt, der Rückgang der Einnahmen liege bei einem Viertel. Man befürchtete einen fatalen Stellenabbau bei dem populären Unternehmen, dass als Nummer 1 der Pokerzentren und der Casinobranche angesehen wird.

Doch diese Gefahr ist noch nicht gebannt, denn auch in Bad Oeynhausen und Aachen stehen Stellen auf der Kippe. Diese Standorte tun es Bremen gleich und denken über neue Ideen und Umgestaltungen nach. Westspiel trotzt der Wirtschaftskrise, er bleibt immer noch die erste Adresse unter deutschen Casinoanbietern.