Trotz der Wirtschaftskrise und speziell der Finanzkrise in Griechenland haben die Griechen das Interesse am Glücksspiel scheinbar nicht verloren.

Ob es darum geht sich abzulenken oder darum ein wenig Geld dazu zu gewinnen, um hohe Rechnungen bezahlen zu können. Die Griechen besuchen weiterhin eifrig die Wettbüros, um ihr Glück herauszufordern. Der Wettanbieter Opap hat erst kürzlich 935 Millionen investiert, um die Lizenzverlängerungen in Griechenland zu erhalten.

Ähnlich wie das Spiel Bingo in Deutschland lieben die Griechen das Spiel "Kino", welches ein ähnliches Prinzip wie Bingo verfolgt. Viele Griechen riskieren beim Glücksspiel ihr ganzes Hab und Gut. Mit der Chance auf den großen Gewinn vergessen viele dabei das Risiko auch ihr letztes investiertes Geld verlieren zu können. Während der Ziehungen für ?Kino? halten viele Griechen den Atem an und das läuft den ganzen Tag auf diese Art und Weise.

Die Wettbüros von Opap sind immer gut gefüllt. Pro Einsatz zahlen die Glücksspieler hier 10 Euro. Manchmal wird das mit Gewinnen in Höhe von rund 1000 Euro belohnt, manchmal aber auch nicht. Die Stromrechnung die bezahlt werden muss ist nicht selten Antrieb der Spieler sich in den Wettlokalen einzufinden. Genau diese Stromrechnungen können dann auch direkt bei Opap bezahlt werden, ein Vorteil für die Glücksspieler.

In einem Athener Wettbüro wurden bereits einmal beim Kino-Spiel 30.000 Euro gewonnen. Eine Seltenheit jedoch scheinbar, denn es ist bekannt, dass am Ende immer Opap gewinnt. Die Firma konnte im letzten Jahr Einnahmen in Höhe von 5 Millionen Euro verbuchen, das Glücksspielgeschäft scheint zu boomen, auch in Griechenland trotz der Finanzkrise.

Opap hat bereits Geld investiert, um eine Lizenzverlängerung für die Jahre 2020 bis2030 zu bekommen. Die Bemühung von Seiten Opaps erfolgten so früh, weil die Regierung Griechenlands dringend Geld braucht, um Löcher der Finanzkrise stopfen zu können. Die Privatisierung in Griechenland soll dem Staat bis zum Ende des Jahres noch weitere zusätzliche Gelder einbringen.

Trotz der guten Anzeichen geht die Finanzkrise nicht an dem Wettunternehmen vorbei, die Werte der Aktien von Opap sind an der Börse um die Hälfte geschrumpft. Scheinbar sind jedoch dem Staat schon fast alle Mittel recht, um Gelder in die Staatskassen zu treiben. Für Opap soll es eine große Steuerbefreiung für die Aufstellung von Video-Terminals geben. Dies zeigt auf, dass die Spielsucht die Löcher in den Staatskassen stopfen soll, jedes Mittel scheint hier Recht zu sein.

Doch in jeder Hinsicht kann das Glücksspiel in Griechenland nicht weiterhelfen. Die Sparmaßnahmen der griechischen Regierung fordern trotzdem ihren Tribut und es sind immer noch weitere Streiks geplant. Insbesondere in den Bereichen öffentlicher Verkehr, Behörden, Fähren und Flüge sind weitere Streiks geplant, die Arbeit soll aufgrund des Sparkurses der Regierung für eine Zeit lang niedergelegt werden.