Dieser fand am 15. Und 16. März 2016 im dbb Forum in Berlin statt. Alle Referenten der Veranstaltung machten deutlich, dass die aktuelle Gesetzeslage dem Verbraucherschutz nicht zu Gute kommt und dass es genau aus diesem Grund an der Zeit sei, eine neue Regulierung mit Hilfe einer neuen Reform zu finden.

Vorschlag für einen neuen Glücksspielstaatsvertrag

Hessens Innenminister Peter Beuth hat die Gelegenheit der Konferenz genutzt, um seinen Vorschlag für einen neuen Glücksspielstaatsvertrag zu präsentieren. Der Vorschlag aus Hessen macht deutlich, dass viele Beteiligte der Überzeugung sind, dass nur eine neue Regulierung die angespannte Situation des deutschen Glücksspielmarkts auflösen könnte. Der Vorschlag sieht eine umfassende, transparente und diskriminierungsfreie Regulierung aller in Deutschland angebotenen Glücksspielformen vor. Verbunden ist der Wunsch nach einer neuen Glücksspielregulierung mit der Forderung nach einer eigenen Anstalt öffentlichen Rechts als zentrale Glücksspielregulierungsbehörde. Beuth machte in der Diskussionsrunde auch deutlich, dass alle Vorschläge und möglichen Probleme berücksichtigt werden sollen, bevor es zur Unterzeichnung des neuen Staatsvertrags kommen wird.

Qualität statt Eindämmung

Bei der Konferenz wurde schnell deutlich, dass es weniger das Angebot an sich ist, welches die Spieler in die Sucht führt, sondern mehr die Regulierung drum herum. Es sei wichtiger, Qualitätskriterien für die Anbieter einzuführen, um so ein sicheres Angebot zu schaffen, welches ein vertrauenswürdiges und transparentes Glücksspielumfeld mit sich bringt. Diese Auffassung vertritt auch der Suchtwissenschaftler Prof. Gerhard Bühringer von der TU Dresden.

Eine starke und konsequente Glücksspielregulierung würde zudem zu positiven ökonomischen Effekten führen, so Prof. Bo Bernhard, Executive Director des International Gambling Institute der University of Las Vegas. Zu diesen positiven ökonomischen Effekten gehören die Schaffung von Arbeitsplätzen ebenso wie die eingenommenen Gewinne. Ebenso wichtig wie die Glücksspielregulierung sei auch die Werbegesetzgebung, darauf machte während der Konferenz Prof. Michael Häfner, Professor für Kommunikationspsychologie an der Universität der Künste Berlin aufmerksam.

Bei der Podiumsdiskussion wurden folgende Forderungen ausgesprochen:

– Schaffung eines qualifizierten Dialogs zwischen privaten und staatlichen Glücksspielanbietern

– Ausgestaltung einer am Verbraucherschutz orientierten Glücksspielregulierung

– regulatorische Ermöglichung der Pluralität von staatlichem und privatem Glücksspielangebot

– Einbeziehung aller Angebotsformen in eine Regulierung im Sinne des Verbraucherschutzes