Eine Auswahl an Anbietern wurde längst getroffen, dennoch wurden bisher keine Lizenzen vergeben. Die aktuelle Situation besagt jedoch, dass von Seiten des Europäischen Gerichtshofs Kohärenz, Transparenz und die Einhaltung der für den Binnenmarkt schlechthin konstitutiven Regulierung erfüllt werden sollen. Hiernach ist den Mitgliedsstaaten die Beschränkung des freien Dienstleistungsverkehrs grundsätzlich verboten. Zusammengefasst sind die Ansprüche und Regelungen relativ klar und Deutschland hätte nun die Möglichkeit, eine einheitliche und im besten Fall liberale Regelung durchzusetzen. Warum ist dies nicht möglich?

Offensichtlich fällt die Einigung unter den Mitgliedsstaaten schwer, ebenso wie die Einigung unter den Anbietern verschiedener Dienstleistungen. Der deutsche Markt gehört zu den größten in Europa, viele unterschiedliche Komponenten scheinen hier dauerhaft zu Uneinigkeit zu führen. Damit bietet Deutschland eine große Angriffsfläche, die bereits an vielen Stellen ausgenutzt wurde. Es gäbe bereits zahlreiche Sportwettenanbieter, die die im Gesetz verankerten Bedingungen erfüllen und bereit sind, ihr Angebot in Deutschland mit Lizenz zu präsentieren. Offensichtlich ist in Hessen der Geduld nun ein Ende gesetzt, denn hier wird gefordert, dass die Sportwettenlizenzen nun ausgegeben werden. Während eigentlich 20 Sportwettenlizenzen ausgegeben werden sollten, fordert Hessen nun zusätzlich die Anzahl der auszugebenen Lizenzen zu erhöhen.

Möglichkeiten einer funktionierenden Regulierung

Während die Situation für alle Beteiligten nach so vielen Jahren bereits aussichtslos erscheint, gibt es neutral betrachtet durchaus Wege und Möglichkeiten, wie die Situation für alle Beteiligten gut gelöst werden könnte. Experten meinen, dass es drei mögliche Wege gibt, um die Situation rund um die Sportwettenangebote und entsprechende Lizenzen aufzulösen. Zum einen wäre es sinnvoll eine Durchsetzung der Effektivität des freien Dienstleistungsverkehrs und des freien Kapitalverkehrs auf einem vernünftigen Schutzniveau anzustreben.

Dieser Plan jedoch ist in der Vergangenheit nicht sonderlich erfolgreich gewesen. Eine andere Möglichkeit wäre es, die Regulierung in einer zentralen Bundesbehörde mit Kompetenzen im Bereich der Rechtsstaatlichkeit zu bündeln. Die denkbar einfachste Variante in der Theorie wäre es jedoch, zu einer aufrechten, systematisch und kohärenten Regulierung ohne Monopol und ohne Experimente zurückzukehren.