Hier haben fünf deutsche Verbände aus den Bereichen Internet, Medien und Glücksspiel einen Brief an die Ministerpräsidenten verfasst, indem sie um eine Neuausrichtung des Glücksspielstaatsvertrags bitten. Verfasst wurde der Brief von dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), dem Deutschen Verband für Telekommunikation und Medien (DVTM), dem ECO – Verband der deutschen Internetwirtschaft, dem Prepaid Verband Deutschland (PVD) und der Remote Gambling Association (RGA).

Kritik wird in dem von den Verbänden unterschriebenen Brief vor allem an der nicht zeitgemäßen online-kritischen Grundhaltung des Glücksspielstaatsvertrags ausgeübt. In dem Brief wird deutlich gemacht, dass diese Haltung dafür sorgt, dass die Möglichkeiten des Internets nicht zur Erreichung der Ziele des Glücksspielstaatsvertrags genutzt sondern komplett ausgeblendet werden.

Von Seiten der Verbände werden vor allem die gescheiterte Regulierung der Sportwetten und die komplett fehlende Regulierung von Online-Poker und Online-Casinospielen kritisiert. Die Verbände stellen in dem Brief sogar das grundsätzliche Ziel des Glücksspielstaatsvertrags in Frage, dies wird vor allem in Zusammenhang mit der Werberichtlinie gebracht. Die Richtlinie stehe nach Angaben der Verbände der Kanalisierung der Nachfrage nach Glücksspielangeboten im Weg.

Ziele des Glücksspielstaatsvertrags verfehlt

Nach Angaben der Verbände seien die Ziele des Glücksspielstaatsvertrages verfehlt. Vor allem sei der Vertrag weder juristisch stabil noch wirtschafts- und gesellschaftsfähig. Die Lage sei vor allem für die staatlichen und privaten Anbieter undurchsichtig und würde aus diesem Grund Rechtsunsicherheit bei den Institutionen auslösen. Aus diesem Grund wird in dem Brief die grundlegende überarbeitung des Glücksspielstaatsvertrages gefordert und dies nicht erst, wie geplant, im Jahr 2021, sondern bereits jetzt. Eine Reaktion auf diese Forderung wurde bisher von Seiten der Politik nicht veröffentlicht.