Aktuell ist die Glücksspielregulierung in Deutschland wieder viel diskutiert. Der Grund dafür. Die Einigung der Ministerpräsidenten auf den zweiten Glücksspielstaatsvertrag. Zur Erinnerung: der erste Glücksspielstaatsvertrag war gescheitert. Hier hatte man sich geeinigt, dass 20 Lizenzen für private Sportwettenanbieter ausgegeben werden sollen. Dies ist jahrelang nicht passiert und sorgte bei den Betreibern, die keine Lizenz erhalten sollten, für Aufstand. Den gleichen Fehler will man dieses Mal nicht wieder machen. Gut, dass Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hier auch noch ein Wörtchen mitzureden hat, denn dieser hat für dieses Mal viel größere Pläne.

Ein Teil seiner Pläne konnte jetzt, nach der vergangenen Ministerpräsidentenkonferenz, umgesetzt werden. Es steht nun fest, dass private Sportwettenanbieter Lizenzen für den deutschen Glücksspielmarkt erhalten können. Dieses Mal gibt es keine Beschränkung auf eine Anzahl von Lizenzen. Für Beuth ist dies ein Erfolg, denn seiner Meinung nach ist eine zeitgemäße und europarechtskonforme Glücksspielregulierung nur dann möglich, wenn man etwas größer denkt. Der erste Schritt ist somit getan, allerdings sollen Online Poker und Online Glücksspiele weiterhin verboten bleiben. Auch dies möchte Beuth in Zukunft ändern.

Beuths Pläne zur Glücksspielregulierung:

  • Liberalisierung des Glücksspielmarkts
  • Erlaubnis von Online Casinos
  • Erlaubnis von Online Poker
  • klare Regeln und Qualitätsstandards für Anbieter
  • Einheitlichkeit bei der Glücksspielregulierung
  • Schaffung einer bundesweiten Spielaufsicht

Spielerschutz als oberste Priorität

In der Glücksspielregulierung wurde nach Meinung Beuths gerade Mal der erste Schritt getan. Auch in Schleswig-Holstein ist die Rede davon, dass die Gesetzgebung viel liberaler gestaltet werden sollte, um so Kontrollen ermöglichen zu können. Hier wird die Meinung vertreten, dass Verbote langfristig nur den Schwarzmarkt aufrechterhalten, jedoch nicht für eine qualitative Lösung sorgen würden.

Während Schleswig-Holstein und Hessen sich also vorbehalten, aus dem Glücksspielstaatsvertrag wieder auszusteigen, sollten die Regulierungen nicht in die richtige Richtung gehen, sollte nochmal klar gemacht werden, was das Ziel hinter einer liberalen Lösung ist. Ziel für alle Beteiligte sollte der Spielerschutz sein. Eine einheitliche Regulierung des Marktes könnte dafür sorgen, dass Kontrollen möglich wären und der Staat die Geschehnisse überprüfen könnte. Mit Verboten würde man den illegalen Anbietern nur Nährboden bieten und könnte den Spielern keinen Schutz vor der Spielsucht garantieren.