Ständig gibt es neuste Meldungen und Studien zum Thema Spielsucht und wie dagegen vorgegangen werden kann. Auch in Lahr beschäftigte man sich beim letzten Sozialausschuss mit dem Thema Spielsucht und dem Teufelskreis, in dem sich viele pathologische Spieler wiederfinden.

Vertreter der Drogenhilfe Lahr und der AGJ-Suchtberatung zeigten bei der Versammlung auf, wie verhängnisvoll die Spielsucht für die Betroffenen sein kann und wie sehr die Suchtgefahr bei Spielern zugenommen hat.

Während des Sozialausschusses legten die Vertreter der Suchtberatungsstellen dar, wie gefährlich die Spielsucht für den einzelnen sein kann. Nicht zuletzt gibt es für potentielle Spielsüchtige zunehmende Verlockungen Die Anzahl der Spielautomaten wächst auch in Lahr zunehmend an. Zudem gibt es viele weitere Möglichkeiten, für die Suchtgefährdeten, eben diese Sucht zu befriedigen, egal ob am Spielautomaten, beim Pokern oder bei Sportwetten.

Die Sucht beginnt kaum merklich und wenn die Spieler es realisieren, ist es meist schon zu spät. Die Spieler beginnen dem Glücksspiel nachzugehen. Sobald sie den ersten Gewinn machen, müssen sie weiter Spielen, denn die Möglichkeit noch mehr zu gewinnen, scheint für viele Spieler verlockend. Der pathologische Spielsüchtige könne nicht aufhören zu spielen und verliere nach einer gewissen Zeit den überblick, so Marco Kneisel-Chiriatti von der AGJ-Suchtberatung.

Es ist wie ein Teufelskreis, aus dem die Spielsüchtigen scheinbar nicht ausbrechen können. Zuletzt kann die Spielsucht die sozialen Bindungen, die familiären Beziehungen und manchmal sogar ganze Existenzen zerstören.

Die Zunahme der Spielsucht wird mitunter durch die enorme Zunahme an Spielautomaten in Baden-Württemberg erklärt. In den letzten fünf Jahren habe sich die Anzahl der Spielautomaten in der Region um 50 Prozent gesteigert, so die Suchtberater. In Lahr allein befinden sich insgesamt 290 Spielautomaten. Diese verteilen sich auf Spielhallen und Gaststätten.

Dazu kommt, dass immer weiter Genehmigungen zur Aufstellung von Automaten erteilt werden. Die Stadt verdiene Geld mit der Zusage und der Erteilung von Konzessionen. Diese Gelder sind von 330.000 Euro im Jahr 2009 innerhalb von einem Jahr auf einen Betrag von 790.000 Euro angestiegen. Allein aus diesem Grunde könne die Stadt die Konzessionen nicht ablehnen, so Kneisel -Chiriatti.

Neben den Einnahmen komme dazu, dass eine Ablehnung der Konzessionen nicht erfolgen kann, wenn die Anbieter rechtlich alle Bedingungen aufweisen und alle Dokumente zur Verfügung stellen. Der Bürgermeister selbst sagt in einem Interview, dass die Stadt nicht dagegen vorgehen könne und quasi gezwungen sei, bei rechtlicher Korrektheit die Konzessionen zu vergeben.

Bundesweit entstehen Einnahmen in Höhe von drei Millionen Euro allein aus dem Glücksspiel. Auch auf diese Einnahmen könne man zusätzlich nicht verzichten. Ein Teufelskreis in jeglicher Hinsicht.