In der Automatenbranche sind spürbare Umsatzrückgänge festzustellen, ein negativer Einschlag, der zum großen Teil der neuen Regulierung durch den Glücksspielstaatsvertrag zugeschrieben wird. Auf der Internationalen Fachmesse für Unterhaltungs- und Warenautomaten (IMA) in Düsseldorf wurde die erste Zwischenbilanz des Branchenverbands der Automatenwirtschaft publik gemacht.

In der Aussage der Automatenwirtschaft wird in erster Linie auf die Ungleichbehandlung des gewerblichen und staatlichen Glücksspiels hingewiesen. Diese Ungleichbehandlung resultiere nach Angaben der Experten aus den Neuerungen, die im Glücksspielstaatsvertrag nun seit zwei Jahren verankert sind. Die Regelungen, die im Glücksspielstaatsvertrag verankert sind, sollen in erster Linie den Schutz vor der Spielsucht und den Jugendschutz gewährleisten.

Auch der Schutz vor der Kriminalität soll durch den Glücksspielstaatsvertrag gewährt werden. Die änderungen im Glücksspielstaatsvertrag wurden in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich umgesetzt. So wurden Werbeverbote, Mindestabstände, Höchstzahlen der zugelassenen Spielgeräte pro Spielhalle und maximale Spieleinsätze festgelegt.

Stimmen aus der Automatenindustrie, wie die von Paul Gauselmann, werden bezüglich der neuen Regelungen laut. Nach der übergangsfrist, die im Jahr 2017 enden soll, würden die Regulierungen einem Berufsverbot für das gewerbliche Glücksspiel gleichkommen. Gauselmann macht deutlich, dass die Zeit nach der übergangsfrist dazu führen wird, dass die Spielhallen ihre Existenzen nicht aufrecht erhalten können und somit etwa 70 bis 80 Prozent der Etablissements eingestampft werden müssten. Schon jetzt, noch während der übergangsfrist, seien die Umsatzzahlen laut Statistiken enorm zurückgegangen.

Während die Regulierungen für die Automatenwirtschaft starke Einbußen bedeuten, seien die Regulierungen für das staatliche Glücksspiel nur halb so streng. Aufgrund dessen gibt die Automatenwirtschaft an, dass an dieser Stelle mit zweierlei Maß gemessen wird. Experten geben an, dass der Glücksspielstaatsvertrag nun mit den Regulierungen teilweise gegen Europarecht und Verfassungsrecht verstoßen würde.

Mit der Einschränkung des gewerblichen Glücksspiels könne die Spielsucht nicht komplett eingedämmt werden, vor allem dann nicht, wenn die Regelungen nur für das gewerbliche Glücksspiel gelten und nicht jedoch für das staatliche Spielangebot, so zum Beispiel Wolfgang Kubicki, Fraktionsvorsitzender der FDP im Landtag.