Seit dem Jahr 2011 wird in Berlin gegen die Flut an Spielautomaten und Spielhallen vorgegangen. Auch wenn die Gesetzgebung im Ländervergleich als die schärfste gilt, so kam der gewünschte Effekt nicht sofort. Im Jahr 2014 gab es noch immer 4900 Spielautomaten, wohingegen im Jahr 2015 nur noch von 4100 aufgestellten Automaten die Rede war. Aktuell gibt es lediglich noch 535 Konzessionen für das Betreiben von Spielhallen in Berlin.

Die ersten Erfolge im Kampf gegen die Spielhallenflut sind jedoch auch in Berlin kein Grund, mit der Verschärfung der Gesetzgebung aufzuhören, zum Leidwesen der Industrie. In der Vergangenheit wurde die Anzahl der zugelassenen Spielgeräte in den Casinos von zwölf auf acht Geräte reduziert und diese Maßnahme zeigte Wirkung, nämlich einen Rückgang der Spielautomaten um 16 Prozent.

In diesem Jahr endet die Übergangsfrist, dann werden die Lizenzen der bestehenden Spielhallen auslaufen und diese müssen unter verschärften Bedingungen neu beantragt werden. Es wird davon ausgegangen, dass hier die Anzahl der Spielgeräte noch einmal deutlich absinken wird. Gleichzeitig muss im Kampf gegen die Spielhallenflut berücksichtigt werden, dass die Zahlen nur Aufschluss über die lizensierten Anbieter geben, darüber hinaus gibt es Schätzungen zu Folge noch weitere 2000 Spielgeräte in Berlin, die illegal aufgestellt sind. Der Kampf gegen die Spielhallenflut richtet sich natürlich auch gegen den Schwarzmarkt und damit verbunden gegen die illegal aufgestellten Glücksspielgeräte.

Regelungen für Spielhallen in Berlin:

– Abstand zwischen Spielhallen mindestens 500 Meter

– Abstand zu Schulen und Kinder- und Jugendzentren mindestens 200 Meter

– Erhöhung der Bußgelder für Verstöße von 50.000 auf 500.000 Euro

– Auslaufen des aktuell bestehenden Bestandschutzes am 31. Juli 2016

– regelmäßige Überprüfung der Spielhallen auf Zuverlässigkeit

Nachdem die Gesetzgebung nun erneut verschärft wird, kündigt die Automatenindustrie an, sich diese erneute Verschärfung der Gesetzgebung in Berlin nicht gefallen zu lassen. Hier wurden bereits Klagen angedroht. Die Betreiber sehen sich falsch behandelt, denn sie würden die bisherigen Regelungen und Gesetze beachten. Die Industrie macht deutlich, dass eher den illegalen Betreibern der Kampf angesagt werden sollte, statt den legalen Betrieben. Die erneute Verschärfung der Gesetze komme laut Automatenindustrie dem Berufsverbot nahe.