Der Status der zypriotischen Sybil­Group lautet bei den Verkaufsverhandlungen der Spielbankengesellschaft Sachsen Anhalt derzeit­von der ungeliebten Nummer drei, zur letzten Hoffnung. Eine Art Las Vegas des Ostens soll am ehemaligen Kraftwerk Vockerode errichtet werden, das plant die Investorengruppe, doch dazu benötigt sie die Spielbankenlizenz des Landes.

Die Gruppe gelangt auf diese Weise in den Bieterkreis für die Privatisierung der defizitären Kasinos in Magdeburg, Halle und Werningerode. Das Land versucht seit längerem, den Zuschussbetrieb ­ drei Millionen Euro in den vergangenen zwei Jahren ­ loszuwerden und hatte dazu zunächst mit vier und später drei Interessenten verhandelt. Die Spielbank Berlin war ganz klar die Nummer eins, hatte bereits den Zuschlag vom Lande, sprang jedoch im selben Monat ohne Angaben von Gründen ab.

Somit blieben nur noch die Spielbanken Mecklenburg­Vorpommern und die Zyproten im Rennen. Allerdings stand das Vorhaben der Sybil­Group in Vockerode wegen seiner Größe ­ 300 Millionen Euro sollen in Kasinos, Hotel, Gastronomie und Erlebnisshopping investiert werden ­ stark in der Kritik. In der Landesregierung und auch im Landtag war man sich nicht sicher, ob das Unterfangen seriös sei. Die Zyprioten legten auf Druck des Finanzministeriums ein erfolgreiches Angebot vor, dass den Erwerb der Spielbanken auch unabhängig vom Projekt Vockerode beschreibt. Daraufhin hatte sich die Steuergruppe Spielbanken der Landesregierung daruf verständigt, nur noch mit der Sybil­Group zu verhandeln. Somit sind die Spielbanken Mecklenburg­Vorpommern aus dem Rennen. Für die Übernahme der drei Kainos hatten sie noch einen Bonus des Landes verlangt. "Es gibt ein negatives Kaufpreis­Angebot", so Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD). Über die Höhe wurde nichts bekannt gegeben. Während die Sybil­Group dem Land in allen wesentlichen Forderungen Entgegenkommen signalisiert haben soll, haben die Mecklenburger offenbar bei nachfolgenden Sondierungsgesprächen keine substanzielle Änderungen an ihrem Angebot unterbreitet. Darunter verbindliche Investitionszusagen und die Bereitstellung von finanziellen Sicherheiten.

Bis Ende November sollen die Verhandlungen nun zum Abschluß gebracht werden. Auch ein Scheitern der Verhandlungen wird in der Steuergruppe allerdings nicht ausgeschloßen.Somit ist eine Liquidation der Gesellschaft noch nicht vom Tisch. Unter Führung des Landes ist auch die Restrukturierung der Gesellschaft noch eine theoretische Option.